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2 (1923)
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Leinwand. Sorten. Konstanzer. St. Galler

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genannt wurden. Nach Pasi brachten um 1500 Venezianer ,,teletinte di ogna sorta di Costanza" auf die unteritalienischen Messen.In unseren Papieren von 1472 an begegnet sie nur ein einziges Mal,1507 ging ein Ballen Konstanzer Leinwand nach Valencia (unter 26Ballen). 1 Im übrigen ist die Konstanzer Leinwandproduktion schonoben behandelt. 2 In Konstanz gingen 89 Stück auf einen Ballen.

In St. Gallen war die Leineweberei durchaus im Aufblühen, siewar auf dem Fuße der Konstanzer eingerichtet, überholte aber dieder alten Bischof Stadt nach Umfang und Güte. 3 Es gab sehr ver-schiedene Sorten. Diepolt Bucklin bestellte im Jahre 1472 für Valen-cia 60 Ballen St. Galler Leinwat, bei 10 Ballen sollte die Elle 19 £>kosten dürfen, bei 15: 20, bei 10: 21, bei 10: 24, bei 5 von 2530,10 von 3250. Das ist durchschnittlich die Elle zu 24,8 dn. 4 Die-selbe Bestellung normiert Bavensburger weiße auf 15 3 ( . 1478schickte Ottmar Schläpfer von St. Gallen 10 Ballen nach Saragossa,davon waren 2 Ballen von 19 $, 2 von 20, 2 von 21, 3 von 22,1 von23 ^ durchschnittlich kostete also die Elle 20,9 ^. 5 10 weiteresollten bald folgen. In diesem Jahre wollte man an 50 Ballen sammeln. 6Es folgt aus dieser und zahlreichen anderen Stellen, daß die St. GallerLeinwand die feinste schwäbische war, in sehr verschiedene Sortenzerfiel und neben den feinen Gespinsten auch ziemlich tief herab-ging bis zu den feineren Sorten der anderen schwäbischen Städte.Die St. Galler Leinwate zu 21 ^ die Elle rechnete man noch zu<Ien groben.

Der Einkauf in St. Gallen wurde durch einen alten verdientenGesellen der Gesellschaft besorgt, Ottmar Schläpfer. Aus den Briefenan die Zollbeamten geht hervor, daß er in der Zeit von 1481 Julibis 1484 Juni, also in 3 Jahren mindestens 112 Ballen den Wegnach Genf schickte, wovon auf das zweite Jahr allein 70 Ballenfallen. 7

Mit seinem Tode verschwand der letzte Einkäufer in St. Gallen.Hatte schon die Abzweigung der Mötteli einen Teü des St. GallerHandels der Gesellschaft entzogen, so haben auch die Ankenreuteder Gesellschaft fühlbare Konkurrenz gemacht. Von da an begegnetuns die St. Galler Leinwand nur noch selten in den Papieren derGesellschaft. In einer Bekordanz von Nürnberg 1507 heißt es, daßdie St. Galler gemeine Leinwand fast aufgegangen sei. 8 Im gleichenJahre gingen nach Valencia 4 Ballen St. Galler neben 11 anderenLeinwandballen, dann nochmals 7 Ballen neben 19. 9 1506 wurdenin Saragossa in 10 Monaten 56 Stück, also fast 3 Ballen verkauft,es verblieben unverkauft 5 Ballen. 10 Der Verkehr war also noch nichteingeschlafen.

1 3, 213. 2 Oben 1, 33ff. Vgl. 3, 26. 3238. 3 Vgl. 1, 39f. 500f. St. GallerLeinwand begegnet nebenbei bemerkt auch in Mantua bei den Gonzaga: unlenzuolo di tela di Sangilio. Archiv, storico lombardo 25,1, 28. 4 3, 236. 6 3,201.e 3, 82f. ' 3, 203ff. 8 3, 396.' 3, 213. 10 3, 244.