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Praxis der Versicherungen
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Es ist sehr bezeichnend, daß die Ravensburger darüber klagen,wie sie nicht nur höheren Nolit, sondern auch höhere Versicherungs-prämien zahlen mußten, als „andere Leute". Sie zahlten von Va-lencia bis Brügge ob 16 %, die anderen 6 %. Der hohe Satz vonseguridad und naulo ließ sie an Eeis nur 28% verdienen, andereaber 38 «/o. 1
Die politza (von griech. dnöösi^ig) schickte man von dem Ab-schlußorte der Versicherung aus, der ja naturgemäß der Ein-schiffungsort ist, auf dem Landwege nach dem Ausschiffungs-platze. 2
Waren die Waren nicht „a bon salvament" gekommen, sondernverloren gegangen oder beschädigt, so begann gemäß den Einzel-bestimmungen des Vertragsrechtes am Abschlußorte der Versiche-rung der Zugriff gegen die Versicherer. Die Gesellschaft predigte denGrundsatz: „Was man von solchen Dingen nicht de freschieg inferschg einbringt, will danach gar hart gehen." 3 „Je länger man diekümpola (span. cumplimiento) anstehen läßt, je böser wird es." 4Wenn es bei den Behörden zu langsam ging, so hielt man es für dasbeste „mit Schenken die Hände zu schmieren." 5
Diesen Fall von 1474 kann man nicht genauer bestimmen. 1477schwebte ein Fall in Flandern, der eine der Versicherungsgeber,Nicolas d Podgie war inzwischen gestorben, der Florentiner Tom-maso Portinari heimgereist. 6 Ein zweiter Fall war in Barcelona an-hängig. 7 Ein dritter mit dem alten Martin d Fugassa in Bübaoscheint friedlich geschlichtet worden zu sein. 8 Eine äußerst lang-wierige Sache, die sich auf die Wegnahme des Schiffes des UchoaGalyndis durch Hamburger Kauf leute bezog, lief von 1474 bis 1480 vordem Bäte von Flandern; sie lautet auf Ersatz des Verderbens vonWaren und Kosten ihrer Wiedererlangung, an ihr waren beteiligtdie Genuesen Doria mit 225 2# Valenzer, Lomellino 125 2#, EealReali mit 25 U und der Lucchese Francesco Michel mit 25 16 . Ausder Zeit von 1474 bis 1477 ist die Kostenrechnung erhalten. Mansieht, daß die Ravensburger auch da mit Geschenken (an denBürger-meister und den Fürsprech) nicht kargten. 9 Die Summe konntezum Teile in Brügge, zum Teüe in Lyon eingebracht werden, derRest in Lucca. Auch in diesem Falle waren die Versicherer nichtsolidarisch haftbar.
Leichter ging es mit einer Versicherung in Valencia. „La seguridadvon Rosabeken (Rossa Becka) ist jetzt an der Zeit. Sie haben schonangefangen einen Teil zu bezahlen, dem Reste wollen wir obliegen,daß er gezahlt werde. Wir haben eitel gute Leute, den Mohren Ver-nagal um 50 U und Alfonso Tagel um 25 %, doch so müssen sie auchzahlen." 10
1 3, 412 f. 2 3, 10. 420. 3 3, 61, katal. fresc. 4 3, 151. s 3, 9. 6 3, 402. ' 3,61. 8 3, 401. 9 3, 431 f. Weitere Nachrichten 3, 420. 424. 428 und oben 1, 402.10 3, 106. 151.