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2 (1923)
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60
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60 Achtes Buch. Handelswege. Transportwesen. Versicherung. 2. Kapitel. § 92

die die übrigen Häfen alle verband, wäre am meisten zu wünschengewesen, und eine Genueser Galeerenlinie hätte das erreichenkönnen, aber die gab es mindestens dauernd nicht. Für Barcelonaund Valencia galt nach dem Privileg von 1420 die Bestimmung,daß dort zunächst Schiffe von Eingeborenen benutzt werdensollten, aber schon 1432 wurde die galera de Narbona benutzt,1433 die der Florentiner, und später wurde das noch weniger be-achtet. Eine zweite Schwierigkeit lag darin, daß Bouc und Aigues-Mortes wegen der Nähe beider Häfen nicht leicht von einer Galeeren-fahrt zugleich angelaufen wurden. Eine dritte Schwierigkeit ent-stand dadurch, daß diese zwar ganz im Bohen in derselben Zeitalle Jahre fuhren, aber nicht am gleichen Tage, auch nicht immergenau dieselben Häfen anliefen. Darauf hatte die Gesellschaftkeinen Einfluß. Man war also fast immer in Ungewißheit und dieZeit der Ankunft und Abfahrt war das Ungewisseste.

Die regelmäßigen Galeeren- oder wie sie später zu nennen sind,Galeassenfahrten sind am stärksten von den Venezianern aus-gebüdet worden. In dem Bäte der Pregadi wurde über diese staat-lichen Unternehmungen beraten und die einzelnen vom Staate ge-stellten Galeeren dann je einem Unternehmer (Patron, Paron) ver-pachtet. So vereinigte sich die staatliche Gewalt, welche alle Einzel-heiten regelte, in der wirksamsten Weise den Vertrieb der Warenbeeinflussen konnte und auf der Fahrt durch den vom Staate ge-setzten Kommandeur der Flotte, dem Capitain, die Ordnung auf-rechterhielt, mit der Tatenlust und Tatkraft des Privatmannes. 1Trotz der reichbchen Überlieferung ist es gar nicht so einfach, dieeinzelnen Fahrtlinien und ihren Betrieb zu übersehen. Hätten wirfür das 15. Jahrhundert so genaue Studien wie die von Cessi fürdas 14. Jahrhundert, 2 so wäre es ein leichtes, einen klaren Über-blick zu geben, aber eine solche Studie fehlt, die Chronik des Priulikäme für unsere Zeit besonders in Betracht, doch sie ist ungedruckt.So gebe ich ein unvollständiges Bild, dessen Züge unsicher sind.Die vier Hauptfahrten, die von Venedig ausgingen, wurden im15. Jahrhundert auf sieben gesteigert. Für das westliche Mittel-meer kamen davon drei in Frage, von denen die eine an die KüsteAfrikas ging. Die beiden anderen waren ursprünglich die eine, dienach Flandern und England zog. Mit Bücksicht auf die geringeSeefestigkeit der Galeeren mied man die Wintermonate, die Aus-fahrt von Venedig erfolgte meist nicht vor dem April, nach Uzzano(1442) in der Begel zwischen dem 8. und 25. April. Die Fahrt hatteeinen Stützpunkt in den Balearen, wo es ein venezianisches Konsulatgab. Bei der Länge der Fahrt war es nicht möglich, Bouc oderAigues-Mortes und Barcelona aufzusuchen, höchstens Valencia. Sowurde denn ein Teil der Schiffe abgezweigt und besuchte Aigues-

1 Über das Einzelne hat zuletzt gehandelt Dorez in der Chronique d'AntonioMorosine 4, 88—92. 2 Nuovo Archivio Veneto 27, 1—116.

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