BBS
WM
$m
-mmm^mMs
44 Achtes Buch. Handelswege. Transportwesen. Versicherung. 1. Kap. § 89. 90
mm
m
UM
m
I
Tag 37,5 km. Die kürzere Strecke war die von Lindau—Mailand(230 km), sie konnte also sicher in 7 Tagen zurückgelegt werden.Für Warentransporte haben wir folgende Angaben, immer An-kunfts- und Abgangstag eingerechnet: Feldkirch—Chur 3 Tage,Chur—Cleven 5 und 6 Tage. In späterer Zeit wurde vom Strack-säumer für diese Eoute 5 oder 6 Tage als Lieferfrist angesehen, fürden Eodfuhrmann aber 8 Tage. 1 Damit kommen wir für die Strack-säumerfahrt von Fussach bis Cleven auf 8 bis 9 Tage und damitstimmt die einmal erwiesene Eeisedauer von Como bis Bavensburgin 13 Tagen. Venezianische Gesandte machten den Weg vonLindau bis Como in 9 Tagen ab. 2 Und der Lindauer Bote brachtePersonen und Pakete in 5y 2 Tagen von Lindau nach Mailand. 3Wir haben also gesehen, daß in Deutschland und der Eidgenossen-schaft meist kleine Fuhrunternehmer ohne Begleitung seitens derGesellschaft auch mit den teuersten Waren die Fahrten machten,auch im Ehonegebiete war das der Fall, wo die Unternehmungengrößer waren. Auf der Strecke Saragossa—Lyon aber hatte manselbst gegen die Großtransporteure Besorgnis und begleitete meistdie Waren. In Graubünden aber war die an sich vortreffliche Or-ganisation in lokalen Porten (Eoden, Eotten) die Ursache, daßman dort die Waren begleiten und Transporteure unterhaltenmußte, die unermüdlich die Alpenpässe durchzogen, bis ihnenvon der anderen Seite Waren entgegenkamen, die sie dann über-nahmen. Dann begegneten sich auf engem Alpenpfade zwei Ge-sellen, die schnell die Nachrichten austauschten, Waren, Briefeübergaben und den Weg zurückmachten, den sie eben durch-messen. Wie ganz anders ist das Bild als das, was man sich vor-täuschte! Wie wenig Besorgnisse vor Straßenräubern. Und nocheins! Der Fuhrmann war haftbar. An eine Versicherung der Land-transporte dachte man nicht.
§ 90. Transportkosten. Angäben nach den Orten geordnet. Verteuerung durchden Transport, durch Zölle. Zollpraxis.
Für die Höhe der Transportkosten besitzen wir in den Papierenein außerordentlich reiches Material. Man wird dabei aber zu unter-scheiden haben zwischen den reinen Fuhrlöhnen und den Zölle,Susten(Haus-)geld, Teilerlohn, Binderlohn, Ladegebühren usw. ein-schließenden gesamten Unkosten von einem Orte zum anderen.Leider ist nicht immer darüber Sicherheit Zugewinnen. Insbesonderewurde mit den Zöllnern in der Schweiz, aber auch in Mailand undGenua abgerechnet, so daß da in Eeiserechnungen die Zollgebührennicht erscheinen.
Auf Vergleich mit anderem Materiale bin ich nicht ausgegangen.
1 Pfister, S. 209. 2 Schulte 1, 386. 3 Gesch. d. Stadt Lindau 2, 85. Furten-bach hatte 1627 Nachtquartiere in Feldkirch, Chur, Splügen und wohl weiterChiavenna und Como.