Transportorganisation. Graubünden
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hinter dem Oalanda auf dem linken Bheinufer liegend, ihn vonEagatz an Ohur vorüber direkt nach Eeichenau an den Eingangzur Splügenstraße gebracht hätte. Da mußten sie ihn nach demhandeln lassen, was ihm von seinen Mitgesellen befohlen war." 1
Die Eechnungen geben immer den Fuhrlohn für die ganze StreckeChiavenna—Chur an, daraus scheint zu folgen, daß sie auf beidenStraßen nicht von Port zu Port, nicht von Sust zu Sust, sondernauf einmal entrichtet wurde, daß die Eodgenossenschaften also einegemeinsame Eechnung eingeführt hatten. Es handelte sich wohlum Strackbetrieb und damit ergab sich vielleicht eine Gesamt-auszahlung.
Auch für die Zölle erfahren wir aus den Eechnungen Neues.Zwischen Chiavenna und Chur findet sich nie eine Zollabgabe,daraus folgt, daß schließlich der Bischof von Chur erreicht hatte,daß die vielen Zölle der Septimerstraße beseitigt oder mit demZolle zu Chur, der Fürleite, vereinigt worden waren. 2 Auf derSplügenstraße gab es keine Zölle, dort erhob aber der Zoller dieFürleite, die Abgabe für die Straßenherstellung, während auf derSeptimerstraße der Teuer (partitor ballarum), der sein Teüergelderhob, noch neben sich einen Fürleiter hatte. Die Fuhrkostenwurden meist für die Abschnitte Chur—Mayenfeld, Mayenf eld—Feld-kirch und Feldkirch—Fussach besonders entrichtet oder wenigstensaufgeschrieben, also wiederum nicht an allen Susten. An Zöllenerscheinen die von Cleven, Chur, Mayenfeld, Vaduz, Feldkirch undFussach. Dieser betrug von der Saumlast 4 ,3), der von Vaduz(2 ß und Iß) 3 war wie der von Feldkirch (3/?) viel höher. Mayen-feld, Vaduz und Feldkirch zusammen ergaben 8 ß für die SaumlastSafran, während der von Chur sich auf 3 ß belief. Die Fürleite zuZizers wird in den Eechnungen nicht erwähnt und doch wurde sievon dieser Gemeinde 1511 nicht nur für Tuchballen und Papier vonden Welsern von Augsburg, den Humpisen und den Besserern vonMemmingen, sondern auch für Baumwolle verlangt. Diese Forde-rung wurde vom Gerichte abgewiesen. Die Gesellschaft vertratder uns bekannte Lienhart Eudolf. 4
Wohl aber erscheint in Chur die Fürleite neben dem Zoll. Haus-geld oder Sustgeld wird zu Feldkirch, Mayenfeld und Chur genannt,«o daß wir von Fussach bis Chur drei Tagereisen annehmenmüssen. An diesen Orten erscheint dementsprechend auch Teiler-geld oder Bietgeld, zu Feldkirch auch Wagengeld.
Ich habe früher auf Grund eines Nürnberger Briefbüchleins dieTransportdauer der Briefsendungen zwischen Mailand und Nürn-berg berechnet. 6 Ein Brief kam in 10 Tagen über, die meisten in15 Tagen, der schnellste Bote legte den Weg in 12 Tagen zurück,die Entfernung beträgt in der Luftlinie 470 km, das macht für den
1 Schulte 2, 189. 2 Vgl. Schulte l,.364f. 3 3, 251. * Schulte 2, 186.5 Schulte 1, 387.