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42 Achtes Buch. Handelswege. Transportwesen. Versicherung. 1. Kapitel. §89
ausgaben rechnete er auf 4 fl 5 ß 7 >S>. Das sind zusammen anpersönlichen Ausgaben 24 fl 16 ß 5 ,Sj, für den Tag 4 /? 4,5 ,Sj.
In den nächsten Jahren begegnen uns gar zwei Transporteure:Hans Her und Linhard. Linhard kommt dreimal vor, 1 Hans Heröfter, und es scheint, daß er auch wohl bis Genua Waren zu führenhatte. Einmal dingte man für ihn und seine 20 wertvollen StückGut, da gutes Wetter war, ein eigenes Schifflein über den CornerSee um 2 Groschen. 2 Jörg Koler mußte für ein eigenes Schiff überden Corner See 2 U 10 ß Maüändisch zahlen. 3
Da in den drei Eechnungen immer nur von Fuhrlohn die Eedeist, ergibt sich, daß damals sowohl über den Septimer wie überden Splügen die Waren, wenigstens in der Winterzeit, nicht auf Trag-tieren gebracht wurden, sondern auf schmalen Schlitten oderWägelchen. Für den Septimer ist das auch durch die Eodordnungvon 1499 bezeugt, da sie von Ochsen redet, die als trittsicherergalten als „Mähren", und diese war ein Vertrag mit den ober-deutschen Handelsgesellschaften, daran waren sicher auch dieEavensburger beteiligt. 4 Die vier Porten (Eodgesellschaften) warendamit gemeinsam verbunden. Die Gesellschaften hatten ein Vor-recht, vor allen anderen ,,mit ihrer Kaufmannschaft" gefertigt zuwerden.
Die Konkurrenz zwischen Splügen und Septimer hieß 1490 denKaufleuten noch freie Wahl. Jetzt hatten sich die Gesellschaftenauf den Septimer verpflichtet. 5 Diese Bestimmung ist nicht strengeinnegehalten worden, denn Hans Her zog auch trotz des gerade ab-geschlossenen Vertrages über den Splügen, obwohl er damit in Ge-fahr kam, daß auf der anderen Straße ihm Waren niedergelegt undaufgehalten werden durften. Der Weg durch die schauerlicheSchlucht der Via Mala war kurz vor 1473 durch die am Verkehr be-teiligten Gemeinden angelegt worden, so daß der Weg selbst vonWagen benutzt werden konnte. Dann begründeten sie eine Port-genossenschaft, und die neue Straße übte eine große Anziehungs-kraft aus. 6
Schon vorher war der Weg über den Splügen von der Gesellschaftbenutzt worden. Die einst von Karl IV. als monopolistisch erklärteSeptimerstraße wollte das nicht dulden und klagte 1467 widerdie Stadt Chur. Die von Chur verteidigten die Freiheit der Kauf-leute und führten an: ,,Es hat sich kürzlich begeben, daß eineraus der Gesellschaft zu Eavensburg, genannt Hans Linhart, vor denEat kam und sagte, daß er ein merkliches Gut zu Eavensburg liegenhätte, daß er hiedurch gen Lamparten fertigen wolle. Man wolleihn damit über die untere Straße (Septimer) zwingen. Der Eatbat ihn ernstlich, die alte Straße zu fahren. Das wollte er umnichts tun und wollte eher über den Kunkelspaß fahren, der,
1 3, 277 f. 282. 317. 329. a 3, 280. Sonst 3, 34. 39. 288 f. 308. 323. 3 3, 268.4 Schulte 2, 182—185. 5 Pfistex, S. 134. 6 Schulte 1, 372f.