Transportorganisation, Graubünden. Alpenfahrten
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gekauften 5 Ballen Safran bis kurz vor Feldkirch. Dort übergaber sie einem Bauern, der den Zoll umfahren wollte, aber dabei ge-faßt wurde, und nun wurden die Ballen beschlagnahmt. Thomasselbst war einen anderen Weg geritten. 1 Bis Feldkirch kam er mit23 Ballen auch Ende 1480, und 1481 August zog er wieder mit62 Stück Gut südwärts in die Alpen nach Maüand. 2 Auch PahnHinderofen begleitete selbst 2 Kisten, vielleicht ist auch HeinrichStüdlin nur nebenbei so verwendet werden, 1507 bei Auflösung desGehegers brachte er zweimal Waren in Sicherheit. 3 Thomas imSteinhause zeigt uns, daß auch ein Sprosse eines vornehmen Kon-stanzer Geschlechtes sich nicht schämte, Waren zu begleiten.
Der richtige Geselle „auf der Straße" aber war Hans Her, dessen„Straßenbüchlein" vom 6. November 1499 bis zum 30. März 1500reicht. In dieser winterlichen Zeit ist er außerordentbch oft über dieAlpen gegangen. 4
Am 8. Dezember gab ihm Junker Hans in Ravensburg das Beise-geld, und er zog über den Splügen mit 80 Stück Gut bis Como.Dann war er wieder über den Splügen zurück und übernahm am20. Dezember in Chur ein wertvolles Fäßlein, das er bis Feldkirchbrachte. Dort traf er Battista Sattler, der ihm 124 Stück Gut über-gab, die er bis Chiavenna wieder über den Splügen brachte. Am19. Januar war er in Cleven. Aber sofort ging es wieder nach ISTordenüber den Septimer. Am 5. Februar überantwortete ihm AlexiusHilleson 56 von Lindau gekommene Stücke, am 14. wieder HansBattista 21 Stück, die er über den Septimer nach Como geleitete.Unterwegs traf er in Chiavenna Heinrich im Steinhause, und zwarschon am 10. Februar. Dann brachte er wieder 16 Stück von Comobis Chur zu Hans Battista. Ob er noch abermals heimritt und danneinen Ballen Tuch bis Lindau brachte, ist zweifelhaft. Jedenfallsging er am 14. Februar dann noch einmal zurück und brachte dannvon Mailand (16. März), nochmals über die Alpen gehend, 3 Stückheim. Am 30. März war er daheim, er war 114 Tage auf Fahrtengewesen und hatte achtmal die Wasserscheide des Mittelmeeresüberschritten. Und diese Wege hatte er zumeist zu Fuß zurück-gelegt; denn Mietrosse hatte er auf dem Splügen nur zwischenden Dörfern Splügen und Campodolcino, einmal war er bis Churdem Gute nachgeritten. Daß er dabei drei Paar Schuhe verbrauchte,sie viermal bletzen ließ, daß er seinen Bock füttern Heß, sich Hand-schuhe kaufte, wie einen Hut, eine Hose ausbessern beß, zweiHemden sich machen beß, werden ihm die Herren gern bewilhgthaben. Aber er kaufte sich auch einen Leibrock. Der wackere Ge-selle hatte für Quartier und Kost, für Barbier und Waschfrau indiesen 114 Tagen 19 fl 4 ß 6 ,3, verbraucht, seine Zehrung betrugfür den Tag 3ß 4,1,3,. Die Bosse kosteten lfl 6ß 4,3,. Seine Kleider-
3, 87. 2 3, 250 f. 3 3, 323. 4 3, 251 ff.