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2 (1923)
Entstehung
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40
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40 Achtes Buch. Handelswege. Transportwesen. Versicherung. 1. Kapitel. § 89

einem Kundedor" 9 Ballen Samt bei den Gesellen an, doch war esEigentum eines Genuesen, 1 auch, ist der Seeweg nicht ausgeschlossen.

Wenn der Transport in Deutschland und der ebenen Schweizdurch kleine Unternehmer, in Frankreich und Spanien durch größerebesorgt wurde, so war er in den Alpen in den Händen einer Eeihevon kleineren Genossenschaften, den Eodgenossenschaften. DieNotwendigkeit, daß der Säumer die Wege und ihre Gefahren beiübelstem Wetter, bei Lawinengefahr und Steinschlag, bei Schnee-treiben und Wolkenbrüchen kannte, führte dazu, daß- die Warendurch Bewohner der Täler selbst gefertigt wurden. Zwar gab esauch die Möglichkeit, mit Strackfuhrleuten durchzufergen, es ent-wickelte sich ein Eügutverkehr zwischen Chur und Cleven, der vonden Porten frei war, neben dem älteren Bodfuhrwesen. Aber dasGewöhnliche war noch durchaus, daß die Waren von Sust zu Sust,von dem einen Nachtquartier zu anderem durch einen vom Teuerder Eeihe nach bestimmten Genossen befördert wurden. 2

Auf Grund der damals bekannten Quellen habe ich ihre Geschichtebehandelt, andere haben sie wesentlich tiefer erforscht, 3 unsereQuellen sind aber die ersten Einzelrechnungen, die wir kennen.

Diese Teilung des Transportes unter aufeinanderfolgende Ge-nossenschaften zwang die Gesellschaften, alle größeren Transportebegleiten zu lassen. Zu dem Zwecke wurden von der Gesellschaftnicht nur Gesellen benutzt, die auch ohnedies nach Italien oder vondorther heimwärts wanderten, nicht nur wurden die Dienste von Ge-sellen anderer Firmen in Anspruch genommen, wie sie ihnen auch dieEavensburger gewährten, ihre Gesellschaft hielt sich vielmehr aufder Straße Gesellen, die wenigstens auf den Hochalpenwegen dieWaren begleiteten, die sie meist von anderen Gesellen in Ohiavenna,Chur, Feldkirch usw. übernahmen. Drei Hefte geben über solcheFahrten Auskunft.

Zu jenen Gesellen, die schon aus anderen Gründen über die Alpenzogen, scheint Jörg Koler gehört zu haben, der Ende 1474 17 Saumvon Buchhorn bis zum Fondaco in Como begleitete. 4 Dann Thomasim Steinhaus. 1477 begleitete er 4 Ballen Safran, darüber habenwir seine genaue Eechnung, und dieses Mal erreichte er von ComoEavensburg zu Eoß in 13 Tagen und hatte sich erst in Buchhornvom Safran getrennt. Er war am 23. Aprü in Maüand. Vorherhatte er im November des vorigen Jahres 5 Saum vom Norden herüber die Alpen gebracht, in der Zwischenzeit war er wohl in Aquüagewesen. 5 Im Juni begleitete er wieder Waren bis nach Feldkirch,übergab sie dort Konrad Bader und übernahm von ihm wieder eineSaum Safran. 1478 brachte er selbst die von ihm in den Abruzzen

1 3, 444f. 2 Über die Strackfuhr (a drittura) vgl. Pfister, S. 157—176.3 Schulte 1, 357—388. Pfister, Herrn., Das Transportwesen der internationalenHandelswege von Graubünden in Mittelalter und Neuzeit, Jur. Dissert., Leipzig1913. * 3, 15. 6 3, 249.

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