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2 (1923)
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Verkehrswege. Pyrenäenpässe. Behinderungen. Frankreich

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Schluchten, folgte. Diesen Weg haben die Tucher im 16. Jahrhundertoft benutzt. 1

Auf alle Fälle hatte man große Schwierigkeiten auf den sehr hohenPässen und namentlich an den Zugängen zu überwinden. Das wäreaber zu ertragen gewesen, wenn der Handelsverkehr stetig dieWege nur durch alte Zölle beschwert den Waren offen gefundenhätte. Hier griffen aber die in den romanischen Ländern beliebtenBetorsionsmaßregeln Platz, die man das jus marcarum nannte.Dazu führten pobltische Gegensätze auch zum vollen Abbruchejedes Handelsverkehrs über die Pyrenäen.

Eine Geschichte dieser Handelsbehinderungen zu schreiben, istnicht meine Aufgabe, ich begnüge mich mit einigen Lesefrüchten.1439—1442 bestand eine Marca für Katalonien, doch war derTransit ausgenommen. 2 1450 suchte die Königin Maria von Aragonden unterbrochenen Handelsverkehr wiederherzustellen, 3 doch ge-lang das erst im Januar 1454, und das dann zustande gekommeneAbkommen bürdete auf 31 Jahre 2 Monate zugunsten der in denvorhergehenden Wirren geschädigten Leute den Kaufleuten aufjede Ware, die von dem einen Eeiche in das andere geführt werde,einen Wertzoll von 5 S) auf 1 16 auf, also eine Abgabe von 2,08 %.Die Steuer wurde für 53 000 U Barcel. verpachtet, sie setzt alsoohne Kosten, Verzinsung und Gewinn einen Warenverkehr imWerte von 2 549 000 U Barcel. voraus. 4 Aber schon 1459 hattenBepressalien wieder den Verkehr behindert, und die Stände vonLanguedoc verlangten für die Kaufleute von Florenz, Venedig undGenua Handelsfreiheit. 5 1484 gab der König Karl VIII. Schiffahrtund Handel in Languedoc frei, besonders für Spezereien und Drogen,die aus der Levante eingeführt wurden. 6

Über die Handelswege von und nach Flandern enthalten unsereQuellen sehr wenig. Sie zu behandeln ist daher nicht nötig. Überden Verkehr auf dem Bheine und dem Bhone ist bald zu handeln.

Die Gesellschaft war für die Safrantransporte zu Lande ausAragonien auf die Gunst der französischen Könige angewiesen.Aber auch der Seeweg von Barcelona nach Bouc—Avignon undAigues-Mortes stand in seiner Landfortsetzung im 15. Jahrhundertunter steigendem Drucke der französischen Krone, die zum Dauphine"noch die Provence gewann. So wenig die deutschen Beichsrechteim Gebiete des burgundischen Beiches bedeutet hatten, so ungünstigwar der Druck der erstarkenden französischen Macht auf dem

1 Sie gingen auch üher den Col de la Perche. Vgl. Müller, Der Umfang unddie Hauptrouten des Nürnberger Handelsgebietes im Mittelalter. Vierteljahrs-schrift f. Sozial- und Wirtschaftsgesch. 6, 12. 2 Guerard, Jacques, Coeur inMernoires de la Soc. archeol. de Montpellier, 2 serie, 1, 50. 3 Histoire generalede Languedoc, Nouv. edit. 11, 24; 12, 18 f. 4 Ebenda 11, 29. Ordonnances des roisde France 14, 355. Leider weiß man nicht, ob das die Jahressumme ist oder nicht.6 Ebenda 11, 38. 6 Ebenda 11, 123. 129. Vgl. dazu die Ausführungen überAigues-Mortes.

Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. II. 3