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2 (1923)
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Verkehrswege. Schwaben und Eidgenossenschaft

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und Lenzburg, 18mal aber Baden und Lenzburg. Mit anderenWorten, sie benutzten nicht über Konstanz den scheinbar einfachstenWeg über Kloten, sondern zogen die nordwestlichen Wege vor,welche, können wir nicht sagen. Damit wird es in hohem Maße wahr-scheinlich, daß sie ihre Waren zumeist auf dem reinen Landwege inBewegung setzten um den Bodensee herum.

Diese Beobachtung bestätigen die Samen und Heimatsorte derFuhrleute. Einer stammte von Buchhorn, einer von Stein, dannfuhren die Bavensburger Fuhrleute Schlegel einmal und Nabholzdreimal bis über die Zölle, ja wohl stets bis Genf. Was aber beweistdas? Auf dem Bodensee mit seinen Stürmen und mangelhaftenHäfen (Meersburg und Buchhorn) hatte man schwerlich Fähren,die einen Karren oder Wagen hätten übernehmen können. Für denFußwanderer oder Eeiter war der See kein Hindernis, aber für Wagenund Karren. Es hätten also solche Fuhrleute aus einem Wagen nörd-lich des Sees ausladen und in einen anderen südlich des Sees umladenmüssen. Seen sind das Ende für sonst durchgehenden Wagenverkehr.Das ist eine für die Geschichte des Bodensees bedeutsame Fest-stellung. Es war ein Nachteil für Konstanz, man umging denBodensee im Westen, nicht jedoch im Osten, denn da gab es jen-seits des Sees, wie wir sehen werden, eine täglich wechselndeStellung von neuen Wagen und neuen Fuhrleuten. Der Transit-warenverkehr war in Konstanz geringer, als man bisher wohl meinenkonnte. Um so stärker war er in Stein am Ehein und in Schaff-hausen, an den bunt bemalten Häusern ging mancher Wagen vorbei,der dem Schwäbischen Meere ausgewichen war. 1

Doch nun zu den Zöllen. Die Zollbriefe hatten ihren Ursprungdarin, daß ihnen in Kloten, Baden, Lenzburg, auch in Aarberg undBern die Zollbeträge gestundet wurden, wenn ein Zollbrief, den derFuhrmann überbrachte, darum bat. 2 Es handelte sich wohl überallnicht um Zollpächter, sondern um Zollbeamte, daher mußte dieGesellschaft nicht nur mit ihnen, sondern mit ihren Herren, denStädten Zürich und Bern wie der Eidgenossenschaft rechnen. Einweiterer Grund für die Gesellschaft, Eidgenossen unter den Gesellenzu haben! Da die Zölle jahrelang gestundet wurden, ergibt es sichauch, daß eine Tabelle der Zollerträge nach Jahren ungenau seinmuß.

Nunmehr können wir uns den südlichen Fortsetzungen von derKreuzstraße bei Aarburg an zuwenden, die fast ebenso verwickeltsind, wo aber doch die treffliche Untersuchung von Audönat vorliegt.

DieWolkenhauerscheltinerarrolle wechselt das Aareufer bei Ölten,es folgt Hernsnlusen, Wiedlisbach, Solothxirn, dann geht es wiederauf das östliche Ufer nach Büren, Aarberg, wiederum über die Aare

1 Ein Fuhrmann von Kaiserstuhl, 3, 195. Fuhr gen Schaffhausen 3, 196. EinFuhrmann von Buchhorn 3, 201.| 2 Noch 1513 stundeten die Zöllner zu Bern,Lenzburg und Baden. 3, 216.