Druckschrift 
2 (1923)
Entstehung
Seite
12
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12 Siebentes Buch. Gesellschaften Ausgeschiedener. Konkurrenten. § 85. 86

Klemens hatte fürWolff Färber manche Fahrt zu machen, umSchulden einzutreiben oder Waren zu verkaufen, 1 er schickte Boten,zahlte Fuhrlohn, Zölle, Binderlohn, und lieh vor allem Geld, so daßer selbst im entscheidenden Augenblicke nichts hatte und seinenSafran nicht auf die für Zölle billigste Menge auffüllen konnte. Überein Jahr wurde er hingezogen und wandte sich dann an das Gerichtvon Ulm. In seinen Aufzeichnungen schreibt er voll Erbitterung:douch suchend hin furo Wolff Ferber ain ander narren, der im sowill far söntz zu Saragossa". Doch warKlement wohl in seiner Buch-führung und bei den Abrechnungen nicht vorsichtig gewesen.

Mit den Gesellen der Humpis-Gesellschaft in Saragossa (Konrat undAndreas Hillenson), Valencia (Heinrich Sporer) und Barcelona(Hans Hinderofen) stand Klemens in freundlichen Beziehungen.

Mit einiger Sicherheit kann man der Bavensburger Adelschronikfolgen, die einst im Besitze des Hofrats Dr. Moll in Tettnang war.Danach begründeten um 1520 Georg, der uneheliche Sohn LütfriedBesserers, Hans Hillenson und Jörg Wolpertshofer eine gemeineGesellschaft und fingen die Werbung an. Eine andere Mitteilung desfrüheren Stadtarchivars Merk von Ravensburg nennt als Teühabernoch Konrad Ankenreute. In den Papieren unserer Gesellschaft er-scheint der junge Hans Hillenson bis 1520, der wohlhabende KonradAnkenreute nur 1520 als Gläubiger, Besserer und Wolpertshoferniemals. Sonstige Nachrichten liegen nicht vor.

§ 86. Deutsche Konkurrenten. Die von Walt-Diesbach-Gesellscha-ft. ÄndertSt. Galle)-. Basel. Andere Schweizer. Vöhlin-W eiser. Fugger, Baumgartner, Gossem-brot, Rehlinger, Meuting, Herwart von Augsburg. Isny. Memmingen. Ulmer:Roth, Gienger, Scheler w. a. Nürnberg: Ludwig Münzer und sein Bruder der Arzt.Furtenbach u. a. Strel u. a., deren Heimat nicht zu bestimmen.

Über die Konkurrenten der Bavensburger Gesellschaft sind dieAngaben so reichlich, aber auch so zerstreut, daß eine Behandlungaller ins Uferlose führen würde, ich beschränke mich daher auf dieDeutschen und behandle von ihnen auch nur die, wo nähere Nach-richten in den Bavensburger Papieren vorliegen.

Über diejenige Gesellschaft, welche mit der Bavensburger diegrößte Ähnlichkeit hatte und die ihr auch an Bedeutung sehr nahekam, über die Watt-Diesbach-Gesellschaft, haben wir in Bälde einegrößere Studie von Dr. Hektor Ammann in Aarau zu erwarten. 2Diese Gesellschaft ist seit 1420 nachzuweisen, vielleicht älter, umgegen 1460 wieder zu verschwinden. Sie teilt mit der RavensburgerGesellschaft die Zusammensetzung aus mehreren Städten. Die BrüderHug und Peter von Watt stammten aus einer St. Galler Weber-familie ab. 3 Sie waren, als sie bei Claus von Diesbach als Diener ein-

1 So nach Calatayud u. Monzön. 2 Vorläufig A m m an n, Freiburg u. Bern u. dieGenfer Messen,S.86 89. Vgl.auch S c h e 11 i n g, U.-B., S. 11 Off. 3 Wappenbrief KönigSieginunds für Hugo,.Toh.u. Konr.y. Watt u. ihren Oheim Peter. Altmann,Nr.7993.

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