Die Ankenreute-Gesellschaft 7
9 Ballen Ort gekauft worden, davon die 3 letzten zu wesentlichhöheren Preisen. Davon wurden 2, und zwar zu dem billigeren Preisezu berechnende nach dem Ankaufspreis zuzüglich der in Saragossaerlegten Unkosten der Stammgesellschaft zugesprochen, und dieseraus den Büchern festzustellende Wert sollte an den 697 U Valenzerabgezogen werden, so daß eine Bestverpflichtung der Ankenreutervon ihnen bar auszuzahlen verblieb. Hans Hinderofen, der nachSpanien entsandt wurde, sollte mit möglichst vielen Zeugen aus derGesellschaft die Abrechnung machen. Von den 7 an die Ankenreutegehenden Ballen hatte Hinderofen aus den Büchern zu Lyon undSaragossa die Unkosten genau festzustellen, die von Saragossa anden Ankenreute zur Last fielen. 1
Noch ehe der Hinderofen abreisen konnte, waren neue Schwierig-keiten entstanden. Zugleich mit dem Austritt der Ankenreute warJos Humpis die Gewalt als oberster Begierer genommen worden,der aber wollte nicht zugunsten von Onofrius Humpis zurücktreten,und hinter ihn steckten sich bald die Ankenreute, obwohl sie ihmfrüher nichts Gutes gegönnt hatten. So kam es denn auch in Frage,in wessen Namen in Spanien zu handeln war, in Josen oder NoffresNamen. Welche Gefahr, wenn es in Spanien zu einem Prozessekäme! Würde dann der König nicht Hand darauf legen und keinerPartei etwas von den Werten werden? 2
Die Stimmung war schon viel schärfer geworden und die vomStamme fürchteten die Bänke der Ankenreute. Wohl nicht zu Uh-recht. In der Tat fand Hinderofen in Saragossa unübersteiglicheSchwierigkeiten. 3 Ihm war die Prokura auf Noffres Namen nach-gesandt worden, und nun wollten die Ankenreute eine von Jos haben.Zwar hatte die alte Gesellschaft von der neuen keine Gewalt ge-fordert, als sie zu Nürnberg an Wiesland und zu Lyon an Täschlerden Safran übergeben hatte. Einen Protest hatte Hinderofen nichtbeurkunden lassen, das hätte die Grundlage für einen Prozeß vordem heimischen Gerichte geben können.
In dieser Lage wandte sich die Gesellschaft an den alten Jos, ermöge doch eine Prokura ausstellen, aber alles Bitten half nichts,Jos stellte unerfüllbare BediDgungen. Da ließ man von einem Notarbeurkunden, daß eine ganze Gesellschaft Jos die Gewalt genommenund Noffre übergeben habe. Sollten das, die dabei gesessen hätten, alses geschah, nicht anerkennen wollen, dann sollte Hinderofen in denk-bar sorgfältigster Form von einem Notar seinen Protest dagegen beur-kunden lassen, wie sie unbillig Geld, Gut und Schulden innehätten unddem „ausgerissenen Zettel" — dem Teilungsvertrage —nicht nach-gekommen seien, und daß er dafür Schadenersatz gefordert habe.
In Saragossa hatten die Ankenreute auch noch andere Forde-rungen, die schwerlich berechtigt waren, wie Arztlohn, Ausgabenfür Zoll u. a. Es war die Spannung so groß geworden, daß nun die^"ünten 3, 62. 2 Unten 3, 69 f. 3 Unten 3, 86 f.
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