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8 Siebentes Buch. Krisen. Gesellschaften Ausgeschiedener. Konkurrenten. §8ö
aJte Gesellschaf t beschloß, der neuen die Zahlungen nicht zu leisten,ja sie gab nun den Auftrag, in Saragossa die der neuen Gesellschaftabgetretenen Schulden für sich einzuziehen und den Zahlendenetwaigen Schadenersatz zu versprechen. Die Ankenreute hattenausgesprengt, die alte Gesellschaft schulde der neuen viele 1000 fl.Die Bemerkung „fyl ist nit ains" reduziert dieseSchuld auf 1000 fl.und damit stimmt es, daß die Zahlung auf den Frankfurter Messenauf 125 fl angegeben wird, das macht in 7 Messen: 875 fl. Genug,im März 1478 war der Handel noch keineswegs geschlichtet. 1
Von dem folgenden wissen wir nur wenig. Der alte Jos quittierteder Gesellschaft am 10. April 1478 und gab damit seine Stellung auf. 2Die Zahlungen von 125 fl waren vielleicht mit Abzügen auf denbeiden Frankfurter Messen von 1478 und der Fastenmesse 1479 ge-leistet, aber die neue Gesellschaft hatte keine Quittungen ausgestellt.Nun erging die Anordnung, nur gegen Quittung auch über jeneZahlungen den Betrag zu entrichten. In der Fastenmesse 1480 wurdenichts bezahlt, wohl aber in der Herbstmesse, und zwar an HansFrey, so daß wir auch ihn wohl als Teilhaber der Ankenreute-Gesell-schaft ansehen müssen. 3
Die Stimmung unter den Gesellen beider Gesellschaften bliebnoch lange auch in den spanischen Geliegern eine sehr gespannte,und man machte sich scharfe Konkurrenz.
Die Ankenreute-Gesellschaft, die kleiner blieb als die alte unddaher in Spanien auch als die kleine (chiqua) bezeichnet wurde, wiedie alte nun noch mehr als zu der Mötteli Zeiten die große Gesellschaftbenannt wurde, war das volle Gegenbild der alten, neue Gedankensind bei ihr nicht nachzuweisen. Sie legte sich stark auf Valenciaund Saragossa, in Barcelona kann ich sie nicht nachweisen, wohlaber später in Tortosa, wo man denselben Agenten hatte. 4 Auchfür Avignon finden sich keine Belege, wohl aber für Lyon. 5 Ebensofür Brügge, und auch die Ankenreute benutzten die Schiffsverbindungum Gibraltar, wie aus den Brügger Papieren hervorgeht. 6 Eigen-artig berührt die Nachricht, daß die Ankenreute dort 1478 daraufaus waren, mit Heinrich d Spangias Neffen eine Gesellschaft zumachen, also doch wohl mit einem Spanier.'
Für Genua datiert die erste Nachricht von 1492, 8 von Mailandaus dem Jahre 1504. 9 In Deutschland begegnen sie in Frankfurt undNürnberg. 10
In Valencia erwarben die Ankenreute Zucker zur Ausfuhr nachdem Rhonegebiete und vielleicht weiter. 11 Auch Weinbeeren undWolle, letztere für Genua. 12 In Saragossa suchten sie mit der altenGesellschaft beim Safran Fuß zu halten, und so entwickelte sich da
1 Unten 3, 92 ff. 2 3, 486. 3 Unten 3, 338. 341. 351 f. 361. * 3,271.296.»3,213. «3,419. '3,419. 8 Hey d, S. 73. Siveking, Studium LipsieriBe, S. 155.• 3, 276. J0 Prankfurt 3, 336. 338 f. 352. 361; Nürnberg 3, 92. Schöttle, S. 56.11 3, 121. 302. M Unteu 3, 147. 272.