516 Sechstes Buch. Handel nach Landschaf t. VI. Eidgenossenschaft. 2.Kap. § 83
Doch waren sie der Gesellschaft in kritischen Lagen von hohemNutzen; denn wenn im Auslande Schwierigkeiten eingetreten waren,so ließ sich durch diese eidgenössischen Gesellen entweder die be-treffende Stadt oder gar die Eidgenossenschaft dazu bewegen, dieAngelegenheit gar als eigene aufzufassen oder doch sich für ihreErledigung vermittelnd einzusetzen.
Klaus Frauenfeld war 1477 und 1478 in Frankreich, beide Malewohl am königlichen Hofe, um aus Beschlagnahmen Geld heraus-zubringen. 1
Sehr wahrscheinlich betrifft die Eavensburger Gesellschaft einEingreifen der Eidgenossenschaft in den weltgeschichtlichen Tagen,da sie im Angesichte der burgundisch-österreichischen Annäherungauf die Seite des französischen Königs insofern trat, als sie imAugust 1470 zu Bern mit seinen Gesandten den durch Wilhelm vonDiesbach vorbereiteten Neutralitätsvertrag abschloß, der logischzu dem Anteil der Schweizer am Burgunder Kriege führt.
Ein gewisser Jenickin de Galeaibos (Jenichus Gegolcarbos,Jonikimus de Galearbos) hatte bei Honfleur trotz des königlichenGeleites, das die Kaufleute besaßen, sie schwer beraubt, so daßverschiedene gänzlich verarmten. Schon vorher hatte die Eid-genossenschaft um Ersatz nachgesucht, in dieser günstigen Stundeerneuten die Eidgenossen die Bitte. Die Kaufleute sind nicht genaubezeichnet, aber wenn es heißt „Kaufleute aus der Eidgenossen-schaft und den enden" und, ,aus unserm Gebiete und der Nach-barschaft", so paßt das am besten wohl auf unsere Gesellschaft. 2
Bern sorgte auch Anfang 1474 für die Gesellschaft, der einigeSafranballen im Lande Herzog Karls des Kühnen von dessenSöldnern waren weggenommen worden, obwohl der vom Herzogder Gesellschaft ausgestellte Geleitsbrief vorgelegt worden war. 3
Als dann vor allem durch Berns Bemühung die Schweiz 1474das Bündnis gegen Burgund eben abgeschlossen hatte, legte Bernabermals für die Humpis-Gesellschaft ihre Fürsprache beim fran-zösischen Könige ein, dieses Mal für eine Wegnahme zu Lande nörd-lich der Pyrenäen. 4
Die Nähme durch den Vizeadmiral Coullon ist schon oben be-handelt. 5
1482 brachten Hans Hürus, der spätere Buchdrucker und Fried-rich Hägelin, obwohl sie nur Zugewandte waren und beide wohlin Stein saßen, die Eidgenossenschaft dazu, den König Ludwig XLzu bitten, den zu ihm reisenden Hägeli zur Wiedererlangung vonWaren, die zwischen Nyeport und Ostende durch Franzosen vonDieppe und einen schottischen Kapitän waren weggenommen
1 3, 78. 94. 198. 2 Nr. 146 u. Amtl. Sammlung d. älteren eidgen. Abschiede2, 413. 3 Vgl. oben S. 379, Heyd, S. 65, nach der Ausgabe von Comines durchLenglet, T. 3 (1747), Preuves, p. 340. 4 Heyd, S. 63. Die Tat spielte sichbei Montfaucon ab. 6 Oben S. 379 f.