Lucca. Florenz. Pisa. Siena. Eom. Aquila
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anlocken, aber sie konnte sich, auch nicht dem Geldverkehre, derden größten Teil des deutschen Klerus und viele Laien mit derKurie verband, nicht völlig entziehen. Die Humpis haben nichtin Eom wie die Fugger eine Faktorei errichtet und damit diesenGeldverkehr Deutschlands mit Eom in ihre Gewalt gebracht, sieübernahmen aber wenigstens Geldsendungen und Aufträge, um siean italienischen Plätzen an Bankiers weiterzugeben, die in Eomvertreten waren. So versorgte von Venedig aus 1448 die Gesell-schaft für den Hochmeister des Deutschen Ordens die Zahlung derGebühren für die Ernennung des neuen Erzbischofs von Eiga. 1Weiter wurde dem Vertreter der Eidgenossenschaft Thüring Frick-hardt von seinen Auftraggebern 1000 fl Kredit gewährt; diese sollteer aufnehmen bei denen, welche der Gesellschaft ,,daselbst mitGewerben gewandt und kund sind". 2 Als solche Aufträge sind auchdie paar Stellen wohl aufzufassen, die die Papiere selbst bieten. 8
Die älteste bisher bekannte Angabe über deutschen Handel inAquila in den Abruzzen, das zum Königreiche Neapel gehörte, wardie dem Jahre 1471 angehörende Nachricht über die Auflösungeiner 30 «Tahre alten Gesellschaft zwischen Nürnberger und Aqui-lanern. 4 Der Markt vom Adler, wie die deutschen Kaufleute regel-mäßig diese Stadt nennen, war aber unzweifelhaft längst denDeutschen wohlvertraut. Die Eavensburger haben, wie wir ge-sehen haben, ihr Gelieger in Venedig fast ganz aufgegeben, als sieselbst die weite Eeise zur Safrananlegung nach Aquila jährlichmachen ließen.
Den Paßbrief für Thomas im Steinhaus von 1465 dürfen wirwohl auf eine Fahrt in die Abruzzen beziehen. 5
Man hatte schon 1474 dort „unsern Mann", einen Kommissionär,1479 hieß er Angelo, der auch die nicht benutzten großen undkleinen Ledersäcke aufbewahrte, die zur Verpackung der teurenWare dienten. Der Mann gab auch Auskunft über die Mögüchkeitvon Wechseln usw., man benutzte solche ungefährlichere Ver-sendung von Geld schon vor 1474. 6
Wenn man erfährt, daß Thomas im Steinhause 1478 aus denAbruzzen 8 Ballen Stank heimführte, Klaus im Steinhause 1479nur 2, so darf man aber den hohen Wert der Ware nicht vergessen. 7
Als 1478 Klaus von Mailand nach Süden aufbrach, hatte er inbar 892y 2 ungarische und larghe Dukaten und 142 Venezianer beisich, zusammen 1034 Dukaten 82 ß 6 ,5, =» 4293 U 15 ß 6 $ Mai-länder. Durch einen Wechsel auf Mailand erhielt er noch 250,durch einen auf Genua, der auf einen anderen Deutschen, JörgGoldbach, lautete, 174 Dukaten, er hatte an seinen Münzen einenKursgewinn von 25 Dukaten 25 ß. Im ganzen verfügte er über1483 Dukaten 107 ß 6 $ (rund 6155 U Maüänder).
1 Vgl. unten S. 455. 2 Heyd 26. 3 3, 11. 15. und unter Arzt s. Kegister.4 Schulte 1, 599; 2, Nr. 100. 5 S. oben S. 240. G 3, 9 f. 324. ' 3, 87. 325.Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. I. 17