25G Sechstes Buch. Handel nach Landschaften. I. Italien. 3. Kapitel. § 37
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Italien herangezogen wurden, war aber nichts anderes als eineStametfabrikation.
Sonst kaufte die Gesellschaft dort nur Kupfer auf, das ein Schuld-ner dorthin brachte, 1 und auch Zima (Safran) konnte man in Comoeinhandeln. 2
Der Gesellschaft stand in Como wohl am nächsten der Färber-meister Bernardin Gallo, der häufiger nach Konstanz kam, wo ersich später ganz niederließ. 3 4
Als Einrichtung für die Fremden hat in Como vielleicht ein Fondacobestanden, vielleicht ist aber die Stelle auch nicht beweisend. 5
Lucca, diese alte Herrin der Kunst der Seidenweberei, war um1470 längst von seiner Höhe herabgestiegen. Doch lebte sein Vor-sprung in der Technik noch wohl fort, so daß auch die Gesellschaft,nachdem sie zu dem Handel mit den Luxusstoffen übergegangenwar, dort auch Damaste kaufte oder wohl gar in Auftrag gab.21 Stück wurden gegen 687 Dukaten dort am Piatze erworben. 6
Florenz erscheint lediglich als ein gelegentlich auf dem. Wegenach Aquila besuchter Platz. Es wird erörtert, wie auf diesemdamals hervorragenden Safranmarkt die Geldsendungen eingerichtetwerden können. Mit Wechseln will man Geld von Venedig dorthinbringen und von dort, wie es üblich war, nach Aquila. 7 Mit einemsolchen Durchgangsverkehr verträgt es sich, wenn ein durchreisenderGeselle dort 17 Ellen schwarzen Samt für Frick Humpis einkaufensoll. 8 Der Safran aus den Abruzzen ging zum Teil über Florenzoder ward der Tuskan dort aufgekauft? 9 Mit einem Florentinerstand man allerdings in Abrechnung. 10 Auch mit den Vertreternder Medici in Nürnberg und Mailand, und den Portinari stand dieGesellschaft in Verbindung, aber nur in den Geliegern ist das nach-zuweisen. 11 Fast alle Nachrichten beziehen sich auf die siebzigerJahre des 15. Jahrhunderts.
Die Erwähnung eines Pisaners kann nicht als Beweis dafür an-geführt werden, daß die Gesellschaft in Pisa selbst je Handel trieb. 12Ebenso ist es mit „etlichen von Seynis", sie waren Schuldner derGesellschaft, aber säumige Zahler, der Faktor Ulrich Fry vonKonstanz lud sie vor das päpstliche Gericht, und die Stadt Konstanzunterstützte ihn bei Papst Pius II. 13 Diese Kaufleute aus Pisa undSiena können ihre Abschlüsse mit der Gesellschaft sehr wohl inGenua, Mailand, aber auch in Spanien und Flandern gemacht haben.
E o m, dessen Bedeutung für den Warenhandel damals und auchheute noch gering ist, konnte die Eavensburger Gesellschaft nicht
1 3, 298 f. 2 3, 410. 3 3, 308, 319, 322 (schuldet 1178&), Stammvater derFamilie von Gall. 4 Unter den Schuldnern, 3, 307 f., sind sicher ComaskenAbbondio Gallo, Battista Coquo e fratelli," Agostin Eeyner, Pedro Torgon.8 1475, 3, 15. 6 3, 39S. 7 3, 10 (1700 Dukaten), 9. 8 3, 8. 9 3, 22 (10 Ballen).10 3, 9. u 3, 339, vgl. unter Brügge. 12 3, 9. Vielleicht handelt es sich um eineVersicherung. 13 Konstanzer Missivenbuch von 1463. Heyd 26. Schulte 1, 598.