Druckschrift 
1 (1923)
Entstehung
Seite
258
Einzelbild herunterladen
 

258 Sechstes Buch. Handel nach Landschaften. I. Italien. 3. 4. Kap. § 37. 38

■

raSÜ

£1

Dafür kaufte er in Aquila 470 U von der Sorte zima und 226 Uvon der billigeren Sorte stima, das erforderte 760 Dukaten 109 ß6 JS\. Er kaufte sowohl in der Landschaft (contado) für 99 Dukaten157 ß als an der Bank für 172 Dukaten 68 ß, von dem „Manne" für274 Dukaten 42 ß und von anderen Personen für 312 Dukaten82y a ß. Das Hauptgeschäft wurde also am Markte in Aquila selbstund durch den Kommissionär gemacht. 1 Diese Safranballen kannman bis auf die Fastenmesse von Prankfurt verfolgen. 2

In Aquila mußten dem Kommissionär 3 ß für das Pfund der Wareund ein Viertelprozent des Wertes dem Konsul gezahlt werden.Es gab also einen Konsul, dem die Deutschen untergeben waren.Die weitere Forschung wird das Nähere aufzuklären haben.

Baumgartner liefert aus etwas späterer Zeit ein Bild des Lebensin der Abruzzenstadt. „Aquila, die mächtigste und größte Stadt,da der Kaufmann am sichersten sein mag. Zur Safranzeit pflegenbesonders die Deutschen da zu liegen. Die Welschen kaufen Zimaund Tuschgan auf im Lande außerhalb der Gegend um die Stadt.Die Bauern bringen ihn gewöhnlich am Samstag (zum Wochen-markt). Den Safran kauft man bei Karlin. Das Geld bestellt mandahin bar oder durch Wechsel gen Born oder Neapel. An bar darfeiner zu Boß nur 50 Karlin ausführen, zu Fuß nur 30." Zum Adlersind die Bauern gewöhnlich im Februar um Geld besorgt, da siedem König zahlen müssen. Die Ernte von 1493 ergab 100 Saum-lasten.

Die Konkurrenz hatte damals schon die Bavensburger vertrieben,und da waren wohl die hauptsächlichsten die Baumgartner. Diesehatten 1499—1502 jährlich ein Quantum von 25 Bällein aus-geführt, das 1501 auch in Gewicht angegeben ist gleich 6943 U,sie waren also wohl damals die ersten Abnehmer dieser Ware,denn, da die Saum zu 500 U gerechnet wurde, hatten sie 14 Saumgekauft. Im Jahre 1500 hatten sie sich zweier Gesellen bedient,sonst besorgte das Geschäft einer. Nach Meder begann der ersteSafranmarkt zum Adler am Samstag nach Allerheiligen und dauertebis nach Fastnacht. Ein jeder Deutsche gibt seinem WalchenKommission, um so viel Karlin einzukaufen. Er tut nichts anderesdazu, als daß er den Safran von seinem Walchen empfängt, davonder Walche seine Provision hat. 3 Die lebhaftesten Farben gibt demBilde Hieronymus Imhoff im Jahre 1546 in einem Briefe an PaulBehaim: „Es ist gut leben hier, mein iebtag faulere tag nicht ge-habt. Welchem wol mit feyern, oft und viel essen und trinken,langem schlafen, täglich spielen ist, der könnt nit ein besseres lagerals das hiesig haben. Aber die wonung alhie gefällt mir nit, besorgmich das hiesig faul und müssigginges leben mich gar verderbenuhd mein Iebtag anhangen, mer vergessen dan lernen werd, verzer

1 Vgl. 3, 325f., auch 268. 2 3, 339. 3 [Lorenz Meder] Handel Buch Darinangezeigt wird von Nürnberg 1558, Blatt 45 f.

J§»