Mailand. Como
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Über das Mailänder Gelieger und seine Geschäfte orientiert ambesten das Bruchstück der Eechnung, die dort Klaus im Steinhausvom 6. August 1477 bis 1. Juni 1478 führte. 1
Das Gelieger war 1497 bei Branda da Saronno untergebrachtund wohl auch 1507. Das Volk „im Hause" und die Boten er-hielten zu Weihnachten zu einem guten Jahr eine erheblicheSpende. 2 Es ist wohl zu beachten, daß 1506 ein alter Teilhaberder Ravensburger Gesellschaft Jörg Koler mit dem NürnbergerJörg Kreß und dem Mailänder Ambrogio da Saronno zu einerGesellschaft zusammentrat, die bis 1511 bestand. 3 Er war wohlein Verwandter des Hauswirtes. Auch Lehrbuben waren in derStadt untergebracht. 4
Drittes Kapitel.
Die übrige Lombardei und Halbinselitalien
§ 37. Como. Tuche und Stamete. Gelegentlicher Aufenthalt. Verkauf von Wolle u. a.Gallo. Fondaco. Lucca. Einkäufe von Damasten. Florenz. Gelegentlich besucht.Beziehungen dort und zu Pisa und Siena. Rom. Geldgeschäfte mit der Kurie. Aquila.Safrananlegung. Das Leben dort. Foligno. Safran.
Von Maüand aus wurde auch der Dienst in C o m o versorgt, waswundernimmt, da in Como und Umgebung im allgemeinen deroberdeutsche Kaufmann noch mehr galt als in Mailand und vondort die Waren in das Schiff ein- und ausgeladen werden mußten. 5Die Gesellschaft hat vielleicht dann und wann einen Gesellen oderKommissionär dort gehabt, aber sicher meistens nicht. 6 Der An-und Verkauf war nur ein gelegentlicher. Como und seine Um-gebung war der Sitz einer starken Tuchfabrikation, zu diesen ge-hörten vor allem die Stamete, die aus Leingarn und Wollgarn her-gestellt wurden. Während Ulmer Kaufleute (die Gienger, Schelervoran) dort Wolle verkauften und Tuche einhandelten, ja einöfters von der Regierung begünstigtes, dann wieder verbotenesVerlagssystem einrichteten, haben die Ravensburger dort nur ge-legentlich Wolle verkauft, und auch aus dem Tucheinkauf wurdekein regelmäßiger Betrieb etwa für Nürnberg und Wien. Diegroßen Kredite, die die Ulmer bei der Gesellschaft genossen, er-geben wohl das Überragen des Verkaufs von (spanischer) Wolle ansie. In der deutschen Gewerbegeschichte nennt man jenen MartinScheler von Ulm als den ersten Deutschen, der in sein Vaterlanddie Samtfabrikation eingeführt habe, diese mit Hilfe des UlmerRates 1515 errichtete Fabrikation, zu der Arbeiter und Geräte aus
1 3, 21—24. 2 3, 23. 3 Schulte 2, 587 f. 4 3, 277, 321. 6 Schulte 1, 579—587-6 Vielleicht 1475, 3, 17. Hans Tonian.