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1 (1923)
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247
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Politische Krisen. Silberschmuggel

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das richtig, so müßte bei der Abrechnung von 1517 Hartensteinals Gläubiger erscheinen, er fehlt aber auf der ListeWas wirsollen".

So halte ich es für viel wahrscheinlicher, daß die Gesellschaft vonder Bewerbung König Franzens um die deutsche Kaiserkronewußte und den Kampf mit dem Habsburger Karl von Spanienrichtig voraussah und sich daher, um sicher zu gehen, abermalsdieses Führers der französischen Partei in Luzern bediente. Aberaufgegeben wurde darum das Mailänder Gelieger doch nicht; dennim Januar 1520 weüte dort noch der Faktor Polai Hinderofen. Erhatte von den Fuggern für die Gesellschaft Kupfer gekauft, dieseden Preis den Verkaufern entrichtet. Die herzoglichen (d.h. franzö-sischen) Beamten verlangten aber die Zahlung für sich und setztenHinderofen gefangen. Wieder war es Jakob von Hertenstein, derfür die Gesellschaft eintrat und von Luzern erreichte, daß die Stadtbei der französischen Statthalterschaft sich ins Mittel legte. 1

Man muß sich erinnern, daß sieben Monate zuvor das Geld derFugger dem Habsburger Karl die deutsche Kaiserkrone verschafftund die Bewerbung des Königs von Frankreich zunichte gemachthatte. Der Kampf zwischen den beiden Bewerbern war von da anunvermeidlich geworden.

So sehen wir, wie die französische Herrschaft in Mailand stetsdie Gesellschaft besorgt gemacht hatte, und für sie war es ein Glück,in dem Altschultheißen von Luzern und durch ihn in der Eid-genossenschaft eine Stütze zu haben.

Zu einem sehr ernsten Konflikt führte die Gesellschaft ein Fallvon Silberschmuggel im Jahre 1497. Anfang Mai erschienen amZolle von Mailand zwei Wagen mit zwei Saumlasten Zinn, die alsnach Genua bestimmte roba grossa namens der Gesellschaft dekla-riert und zum Zolle angemeldet wurden, zur Durchfuhr nach Genua.Schon waren die Wagen abgefertigt, als die Zöllner Verdachtschöpften, daß unter dem Zinne Silber sei. Die Ballen wurden an-gehalten, und der Meister der Mailänder Münze machte seine Rechtegeltend. Der deutsche Vertreter der Gesellschaft weigerte sichzu erscheinen. Es kam nur zur Stelle Brando da Saronno, beidem die Kaufleute wohnten, und nun begann in Gegenwart desMünzmeisters die Eröffnung der vier Ballen und in jedem fandsich eine Silberplatte, sie wurden auf der Wage der Münze ge-wogen und ergaben 487 Mark, 2g6 ^. Der Wert wird später auf12 654 U 2 ß 6 % Mailänder (Imperialen) = 3834 Vi fl A. 5 ß 6 ,3,angegeben.

Der Münzmeister stellte sich auf den Standpunkt der Statutender Münzverpachtung. Das Silber und an Strafe für jede Mark5 fl ä 32 ß, ebenso das Zugvieh des Transportes seien verfallen.Ein Drittel der Strafe gebühre dem Entdecker, das zweite dem

1 Heyd, S. 22 und 84.