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1 (1923)
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Venedig. Parenzo. Kagusa. Mailand

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sich die Bavensburger zu diesen gestellt, und von Mailand erreichtensie Märkte, die Venedig von der Seeseite gern völlig beherrscht hätte.

So ganz leicht kann der Entschluß den Ravensburgern nichtgefallen sein, denn Venedig war und blieb noch lange Zeit derHauptzahlungsplatz für den Mittelmeerhandel, der durch die regel-mäßigen Galeerenfahrten auch mit dem zweiten Zahlungsplatz derErde, mit Brügge, in Verbindung stand. Eine regelmäßige Boten-verbindung auf dem Landwege hatten die Venezianer nicht.

Nach Parenzo in Istrien und Bagusa in Dalmatien verfrachtete1449 der Genueser Faktor spanische Wolle. 1

Zweites Kapitel

Mailand

§ 34. Alter des Geliegers. Privilegien für Gesellen, für die Gesellschaft. Rechteder deutschen Kaufleute. Plan eines Fondaco.

Das Herzogtum Mailand stand bis 1447 unter den Visconti, dannfolgten die ambrosianische Bepublik, von 1450 bis 1500, 1512 bis1515 und 1521 bis 1535 die Sforza. Wiederholt unterstand ihnenauch Genua.

Erheblich größer als die Niederlassung in Venedig war die Be-deutung des Geliegers in Mailand. Zwar läßt es sich vorläufig nurbis in die Tage des letzten Visconti, also zwischen 1412 und 1447,nachweisen. Doch begegnen Bavensburger in Mailand schon1402, für die die Stadt Konstanz eintritt, was doch vielleicht aufdie Gesellschaft hinweist. 2 Wenn auch das Staatsarchiv in Mailandnicht viele weitere Nachrichten verspricht, da die ambrosianischeBepublik grundsätzlich die Begisterbücher und Archivalien derVisconti vernichtet hat, so mag doch manche Nachricht noch indem riesigen Bestand der Imbreviatbücher des Notariatsarchives inMailand beruhen, aber es ist unmöglich, aus diesem mare magnum,wie ich es selbst erprobt habe, ein solches Fischlein herauszufangen.

Der erste der nachweisbaren Faktoren wird direkt als solcher imJahre 1447 bezeichnet: ,,Henrichus Franchus de Constantia factornobilis viri Josumpis mercatoris Alamani." Für ihn stellte damalsFrancesco Sforza einen Paßbrief aus, der ein Jahr galt und ihmund vier anderen Gesellen oder Faktoren die Erlaubnis gab, mitihren Waren bis zu vier Saumlast nach Pavia, Cremona, Parmaund Casale maggiore frei zu reisen und dort freien Handel zu be-treiben. 3 Dieser selbe nobilis Henricus Franch de Constantia hatte

1 Schulte 2, 163. 2 Vgl. Kuske, Quellen z. Gesch. d. Kölner Handels u.Verkehrs im M. A. 1, Nr. 429 und 430. Danach waren Güter des Eavens-burgers Konrad Eilzac (Füllsack) bei Belluno angehalten worden. Zeitschriftf. Gesch. des Oberrheins 4, S. 33, Nr. 1924. 3 Schulte 2, 51.