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1 (1923)
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Die Gesellschaftskapelle bei den Karmelitern. Altar

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mit gutem Golde vergolden und mit Lasur machen nach demBesten, so er kann. Und soll uns die Tafel gerichtet übergebenPfingsten über ein Jahr und sollen wir ihm 150 fl geben. Macht eres aber besser und so gut, daß wir erkannten, daß er mehr verdienthätte, so soll es zu uns stehen, ob wir ihm mehr geben sollten undnicht zu ihm. Macht er es aber nicht so gut, als wir gern hättenund er uns verheißen hat, so soll es an uns stehen, was wir ihmminder geben sollten." 1

Das Werk ist trotz der reichen Überlieferung schwäbischerAltäre nicht erhalten, wenigstens erkenne ich es nicht. 2 Und derMeister Hans, der Bildhauer von Wangen, ist sonst unbekannt.Nur sehr weniges bietet über ihn das Stadtarchiv der alten Eeichs-stadt: 1464 heißt es an des Bildhauers Garten, 1487 erscheint erin einer Urkunde Meister Hans Bildhauer. So ganz unbedeutendkann der Künstler nicht gewesen sein, denn sonst würde die Gesell-schaft ihn nicht beauftragt haben.

An Bildwerken aus dieser Zeit und Gegend sind wir heute rechtarm. Von ihnen könnte man dem Wangener Meister nur denhl. Georg (in der Städtischen Sammlung zu Frankfurt) zuweisen,der aus der Leprosenkapelle am Pfannenstiel vor Ravensburgstammt. 3 Seit 1482 taucht in Ravensburg ein hervorragenderMeister auf, Jakob Ruß (dort bis 1497 nachzuweisen), ihm folgte1480 Friedrich Schramm (bis 1515 nachweisbar). 4

Bald nach der Ausführung des Altars muß eine Veränderung derJahresmesse stattgefunden haben. In dem Eecrologium finden sichzum 26. August zwei Eintragungen. Hanach war der Tag derKapellenweihe auf den Sonntag nach Batholomäi (Aug. 24) verlegt,in der Kapelle fand der Jahrtag an diesem Abend durch eine Vesperund am folgenden Tage durch ein vom ganzen Konvent zu singendesHochamt statt, bei dem die seidenvergoldeten Gewänder der Gesell-schaft benutzt wurden. 5 Ein anderer Eintrag von 1509 redet wiedervon den vier Jahrtagen an den Fronfasten (Quatember).

Die Gesellschaft verband sich die Karmeliter auch dadurch zuDanke, daß sie den Mönchen eine Kreuzpartikel schenkte, die man1725 noch besaß. 6

Wie kam es, daß gerade die Karmeliter sich der Gunst der Ge-sellschaft erfreuten. Karmeliter und Kaufleute standen auch ananderen Orten auf gutem Fuße, und eine neuere Untersuchung hates sehr wahrscheinlich gemacht, daß die eifrige Marienverehrungdas Band war. 7 Der hl. Maria vom Berge Karmel, dem Meeres-

1 Unten 3,19. 2 Schütte, M., Der schwäbische Schnitzaltar (Studien zurdeutschen Kunstgeschichte, Heft 91). 3 Baum, Julius, Die Ulmer Plastik um1500. Tafel 17. * Baum, S. 38 f. 5 Die Feier war dem Prokurator in derGesellschaft Hause auzukündigen. 6 Merk, Schwab. Archiv 30, 51. ' Vgl.Fellinger, Der Karmeliterorden und der deutsche Kaufmann im Mittelalter.Bonner philos. Dissertation 1914. Er untersuchte Ravensburg, Augsburg, Frank-furt am Main und Brügge.