Kleriker. Gelehrte. Aussterben. Kapelle bei den Karmelitern 221
27 Jahren nicht zum Abschluß einer Ehe. Der deutsche Kaufmannkam meist spät zur Heirat. Manche von diesen Wanderern, die infranzösischen Herbergen, in spanischen Venten übernachten mußten,erlagen zweifellos ansteckenden Krankheiten, wenn ich auch nurwenige mit Namen nennen kann, die früh verstarben. Wie immer,die Zahl der alten Geschlechter, die in der Gesellschaft vertretenwar, schmolz immer wieder zusammen, und selbst der für damaligeZeiten einzigartige Eeichtum der Muntprat und Möttelin, die jedenSohn reichlich ausstatten konnten, war nicht imstande, die Ge-schlechter zu erhalten. Der letzte Möttelin starb 1573, und 1653ward der letzte Muntprat in der alten Grablege seines Geschlechtesbeigesetzt. Die Ankenreute starben 1578 in Eavensburg aus, derletzte Bürgermeister von Eavensburg, der aus dem Kreise unsererFamilien überhaupt noch stammte, war Joachim Besserer 1650.
§ 31. Die Gesellschaft, Kirche und Karitas. Kapelle bei den Karmelitern. Altar.Ähnliche Stiftungen anderer Handelsgesellschaften. St. Michaelskloster. Kloster Valde Jesus bei Valencia. Spenden an andere Klöster, an Pfarrkirchen, für Brüder-schaften, Kirchengeräte, an Spitäler und Hausarme, an Bauten ihrer Gesellen. Motiveder Spenden.
Zu drei kirchlichen Anstalten stand die Gesellschaft in besondersnahen Beziehungen, die eine im fernen Valencia, die beiden anderenin der Heimatstadt.
Nach dem Bramie von 1349 hatte der Karmeliterorden Bau-stätten in Eavensburg erworben, wo sie ein neues Kloster mit einerKirche errichteten. In dieser Kirche entstanden früh Altäre, derSt. Johannesaltar wurde von Eberhard von Königsegg begründet,der inmitten des Langschiffes stehende von Johann Truchsess vonWaldburg. 1 Vor allem aber lehnten sich nach und nach an diestrenge ernste Kirche und ihren gerade geschlossenen Chor mehrereKapellen an, die meist von Kaufleuten errichtet wurden. Dieälteste war die Eabersche Kapelle, die sich zwischen Chor und süd-lichem Seitenschiffe einschob und 1404 eingeweiht wurde. 2 Währenddiese heute abgebrochen ist, ist die 1448 eingeweihte, von WalterMötteli erbaute, S. Fabian und Sebastian gewidmete Möttelikapelleschon an der Außenseite durch die Wappen der Eltern kenntlich. 3Sie und die 1508 im Zeitalter der Verehrung der hl. Anna ent-
1 Das Necrologium (jetzt in Stuttgart) enthält eine große Anzahl von Weihe-angaben, dazu kommen die von Merk im Schwab. Archiv, Band 30, aus einemalten Inventar mitgeteilten. Sie geben mir mit einer schematischen Zeichnungdes alten Zustandes in der Evangelischen Streitschrift (J.Schaufler) von 1712die Grundlage für die Darstellung, die nur wenig Zweifel beläßt. Heute ist alleÜberlieferung verloren gegangen, da die Kirche seit der Säkularisation ganz demprotestantischen Gottesdienste, das Schiff schon seit 1546 gewidmet ist. 2 IhrStiftungsbrief nicht mehr erhalten. Vgl. die Notizen am Anfang des Nekrologs.3 Stiftung vom 24. Juli 1445 (Spitalarchiv). Tägliche Messe. 1501 Ablaß vonKardinal Eaymund Peraudi.