Kaufleute, Landadel und Kirchendienst
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die Ankenreute seit 1453 Geratsreute, die Mesnang seit 1451 Grünen-bach, die Schindeli seit 1460, die Geldrich seit 1501 usw. Ganzgleichartig stand es mit dem Patriziat von Konstanz.
Emporkömmlinge waren öfters vorsichtiger als alte Geschlechter,sie verschafften sich einen königlichen Adelsbrief — so 1465 dieEichlin, 1525 die Ehinger. Auf diese Briefadligen, deren Zahl immermehr wuchs, sahen freilich die alten Geschlechter herab, die aufihre Wappen, Schilde und Helme hinweisen konnten, die auf denabgetretenen Grabsteinen des Fußbodens der Kirche und auf denbestaubten Totenschildern an deren Wänden zu sehen waren. DiePatrizier wurden noch immer vom Landadel und vollends von denReichsrittern über die Schulter angesehen, wie sich über diese deralte freie Adel völlig erhaben fühlte. Eine MÖtteli hatte gar einenrichtigen Freiherrn in Albrecht von Sax geheiratet. Dazwischenschoben sich noch die durch Brief geschaffenen Freiherrn und Grafenein, die trotz des kaiserlichen Diploms im niederen Adel verblieben.
Den alten, vielfach erschlafften städtischen Geschlechtern inSchwaben erblühte die beste Zeit, als KarlV. ihnen nach dem Siegeüber die Schmalkaldener, wenn es bei der geringen Zahl irgend mög-lich war, die Herrschaft im Bäte zurückgab, und damals wurde viel-fach den einzelnen Geschlechtern oder dem ganzen Patriziat einerStadt (so Ulm) der Beichsadel bestätigt. Der Landadel stieg aberdurch die Verleihung höherer Stufen immer mehr empor. Es warschließlich das klügste, wenn sich die alten Geschlechter, die übrigensvielfach jede Verbindung mit ihrer Stadt verloren hatten, einBeichsfreiherrndiplom verschafften, und Freiherrn sind die fünfsicher noch blühenden Familien unserer Gesellschaft: die Besserervon Thailfingen, die Humpis von Waltrams, die Beichlin vonMeldegg, die Ulm von Erbach und die Gaisberg von Schöckingen.
Doch auch Gegenschläge finden sich zu diesem Streben nachadligem Herrentum. Das religiöse Element soll bei der Bildungdes Bodenseehaufens im Bauernkriege nicht übersehen werden, aberes ist eigentünüich genug, seine Führer waren zwei Patrizier: DietrichHurlewagen von Lindau, der seine Bauern verriet, und ein Humpis— Hans Jakob vom Senftenauer Zweige der Waltramser Linie, einEnkel Itals II und der Sohn oder Stiefsohn einer Reischach (Stamm-baum Nr. 129)!
Der Kreis unserer Gesellschaft hat nur wenige Söhne dem geist-lichen Stande zugeführt, nicht nur die wohlhabendsten der Familienhaben in ihren Beihen keine Kleriker, auch bei den minder wohl-habenden scheint dasselbe der Fall gewesen zu sein. Bei den Humpis,Mötteli und Muntprat sucht man fast umsonst nach einem Kleriker.Es hegt nahe, religiöse Gleichgültigkeit dahinter zu suchen. Sichervielfach zu Unrecht. Wenn in jenen Jahren die Stunde kam, woder Vater die Berufswahl für seinen Sohn traf, da war für den Teil-haber der Gesellschaft nicht der bequemste und sicherste Ausweg,
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