Die Heimatstädte der Gesellen
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besaß wie Ravensburg, konnte nicht völlig von einer noch dazuauswärts beheimateten Gesellschaft beherrscht werden. Doch einestärkere wirtschaftliche Kraft als sie gab es nicht.
Der Patriziat von Konstanz hatte von Maximilian 1495 seineEegeln für den Anteil am Handel erhalten. Er durfte Garn, Zwillichund Leinwand im großen einkaufen und verkaufen, aber keineandere Ware in der Stadt erwerben zur Ausfuhr und zum "Wieder-verkaufe, nur Edelsteine, Perlen, Silber, lötiges Gold, Korn, Weinund Harnische. Auswärts durfte er zum Handel einkaufen, was erwollte, aber das Geschäft solle nie unter 30 fl Wert heruntergehen.Jeder Geschlechter durfte sein Gut zu einem von den Zünftenlegen und mit ihm eine Handelsgesellschaft aber nach dem Eechteder Zunft bilden. 1 Das waren Eegeln, die die Gesellschaft nicht be-achten konnte und nicht beachtete, aber es mochte doch mancherPatriziersohn von Konstanz Bedenken tragen, in Nürnberg Schmerund in Brügge Krapp oder in Valencia Weintrauben einzukaufen.Diese Eegeln halfen dem Handel Konstanz' und dem Patriziat erstrecht nicht.
Der Konstanzer Patriziat war — soweit reichen doch unserelückenhaften Quellen — in seiner Mehrheit an der Gesellschaft be-teiligt. In sehr frühe Zeiten hinauf reichen folgende an der Gesell-schaft beteiligte Geschlechter; die Apoteger, Bettminger, die auchin anderen Eeichsstädten verbreiteten Blarer, Frei, von Hoff, Lind,Mangold, Nater, Eoggwil, Schwarz, im Steinhaus und von Ulm.Einer jüngeren Schicht, die erst nach und nach Aufnahme in dieZahl der Geschlechter und auf ihre Trinkstube Zur Katze fand,gehören an die Brisacher und die Grünenberg — beide Familien,die im 15. Jahrhundert überragende Personen geliefert haben. Vorallem aber haben die Muntprat selbst sich ihren Weg gebahnt, umvon dem fremdsprachigen Lombarden in die Zünfte und von ihnenzu den Geschlechtern zu gelangen. Auch die Hürus und die Zwickmögen ursprünglich zünftisch gewesen sein, sicher ist es von denEhingern und den Sattlern, die mit Hilfe eines PfalzgrafendiplomsHerren von Croaria wurden.
Bei den Eichenbach ist die Herkunft zweifelhaft, vielleichtkamen sie von Kempten und dann sind sie Nachkommen eines altenEittergeschlechtes aus dem Illertale. Die Griesinger begegnen nureinmal, und zwar unter den Geschlechtern. So bleiben nur alsdauernd zünftische Familien die Keller und Geisberg übrig. DerZuzug fremder Geschlechter ist gering. Nur für kurze Zeit tauchtin Konstanz ein Mooshein aus Eavensburg auf, die Bichlin gehenauf einen Konstanzer Stadtarzt zurück.
Wenn man die Steuerlisten von Konstanz zur Hand nimmt, soüberwiegen unter den höchsten Steuerzahlern auch wieder die
1 Marmon, Gesch. d. Stadt Konstanz, S. 176 u. 313.
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