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1 (1923)
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159
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Kröll bis Ehinger

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Von den Konstanzer Ehingern spielen in der Geschichte des Handelsim Anfang des 16. Jahrhunderts eine glänzende Rolle die vier BrüderHeinrich, Ulrich, Hans und Jörg Ehinger, Söhne von Hans Ehinger(fl505) und Margareta Neidhart. Ihre Geschichte hat Müller aus einerAugsburger Familienchronik klargestellt (Zeitschrift f. Gesch. des Ober-rheins, ST. F., 20). Vgl. auch Konstanzer Häuserbuch 1, 155. 2, 510.Hans Ehinger war 1495 unter die Geschlechter aufgenommen worden.

Der älteste, Heinrich- war Chorherr an St. Stephan in seiner Vater-stadt, schon 1519 warf er aber den geistlichen Rock ab, wurde Faktorder Welser in Saragossa und stellte schon im gleichen Jahre die großenWelserschen Wechsel für die Wahl Karls V. aus. Dieser bedeutendeKaufmann trug zunächst das Welsersche Unternehmen in Venezuela1521 war er in Saragossa.

Eine kaum minder bedeutende Persönlichkeit war Hans Ehinger, derfrüh nach Memmingen ging und bei den Welsern als Faktor lange zuDienst war. Bei Karl V., um dessen Finanzen er offenbar die größtenVerdienste erwarb, war er wohl gelitten. Als eifriger Anhänger derReformation er war auch Schwager Ambrosius Blarers hat er einenstarken Einfluß auf die Kirchengeschichte Memmingens und Schwabensüberhaupt gehabt.

Der jüngste, erst nach 1502 geborene Jörg kam schon 1518 an denspanischen Hof. Er gab den Anstoß zu dem venezolanischen Unter-nehmen der Welser, er wurde 1526 nach Westindien geschickt und warder erste deutsche Kolonisator.

Während diese drei Brüder ihr Geschick bis 1530 mit dem der Welserverbanden, trat der vierte zunächst in die Dienste der RavensburgerGesellschaft. Aber das ist vorläufig nur eine Vermutung.

Zunächst ist festzustellen, was die Ravensburger Papiere über Ulrichergeben.

* Ulrich. Kam laut Rechnung von 1507 von Genua nach Valencia,er übernahm dort die Rechnung, kleine Abgänge von 20 fl, 1510 Ehrungvon 30 fl, 1514 wieder 30 fl Ehrung. Dann hielt er die Rechnungvon 3. April 1514 bis 23. Oktober 1516 zu Saragossa und erhielt eineEhrung von 40 fl., aber seine Mißwirtschaft war groß es fehlten ihman Geld 1420 fl! Alles in allem rechnete man ihm den Schaden mit1400 fl auf. Unter den guten Schuldnern steht er 1520 mit 668 fl.Doch darüber ist unter Saragossa § 47 zu handeln.

Koch 1523 seufzte man über ihn, er hatte böse Schuldner gewonnenund hatte auch bares Geld ausgeliehen (vgl. 3, 244246).

Es ergibt sich, daß wir es mit demjenigen von den Ehingern dieserGeneration zu tun haben, der zuerst in Spanien verwendet wurde.

Die nächste Frage ist, was gibt das Ehingersche Stammbuch, dasMüller benutzt hat, über Ulrich, den Bruder jener drei zuerst genanntenan. Danach war Ulrich am 25. Juni 1485 geboren, als einzige Nach-richt findet sich weiter darin, daß ihm am 22. Juni 1518 zu Konstanzein unehelicher Sohn geboren wurde und daß er am 6. Juni 1530 UrsulaMeuting heiratete. Diese Angaben müssen mit dem Ulrich der Ravens-burger Papiere stimmen, mindestens nicht widersprechen. 1517 kannUlrich sehr wohl in Konstanz gewesen sein, ein Widerspruch ist nichtvorhanden.

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