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1 (1923)
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Viertes Buch. Personal der Gesellschaft. § 23

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Nun erscheint aber auch ein Ulrich Ehinger in dem Tagebuche desLukas Bern, und zwar trifft ihn Lukas im Juni 1518 in Augsburg, imDezember in Ulm und gewinnt ihn am 22. Februar 1520 als Dienerauf drei Jahre nach Lissabon für die Gesellschaft, die Lukas mit seinemBruder Endras gebildet hatte. Es wäre also Ulrich 1517 bei den Bavens-burgern ausgeschieden, 15201523 bei den Bern gewesen und dannwird seine weitere spanische Laufbahn noch verständlicher. Über diesesei folgendes bemerkt.

Von 1525 bis 1529 ist die Anwesenheit Ulrich Ehingers, des Brudersjener drei, am Hofe Karls V. in Spanien bezeugt, er wurde in den Adelerhoben und kaiserlicher Bat. Er vertrat dort die Evangelischen vonUlm und auch die gegen den Beichsabschied von Speyer 1529 pro-testierenden Eeichsstände wandten sich an ihn als Vermittler. 1530 ver-heiratete er sich zu Augsburg mit Ursula Meutingin, er war auch aufdem Augsburger Beichstage im Gefolge des Kaisers, begleitete ihnnach Spanien, wurde Bitter des Ordens von San Jago und starb 1537auf dem Boden dieses Landes. Sein Sohn trug den Namen seines Gönners.

Zur Festigung dieser Kombinationen dienen weiter folgende Nachweise:1. Nach einer Bavensburger Bechnung aus Saragossa von 1523 hatteder Ehingeram hoff" eine Zahlung von 8 Dukaten gemacht (unten3, 246). Er war also als Bavensburger Geselle schon am Hofe gewesen,genau wie er später dort bekannt war. 2. Zeigte er schon als Bavens-burger Vorliebe für Verkehr mit Leuten vom Adel (3, 50). 3. Paßt erin die Steuerliste von Konstanz. Dort erscheint 1514 Ulrich Ehinger,Hansen Ehingers Sohn und Geschwister, und das bleibt bis 1524. Ichglaube also, daß das Leben dieses Ulrich so ungewöhnlich es istdoch einen Zusammenhang hat, seine dauernde Tätigkeit in Spanien.Die größte Schwierigkeit bleibt, daß Ulrich von 15091518 zugleich inKonstanz im Bäte saß und doch Bechnungsführer in Saragossa war.

Enslinger (Aenslinger). * Werlin 1407 in Muntpratschem Dienstin Venedig.

Essendorf (von Biberach). Es ist nur wahrscheinlich, nicht sicher,daß auch dieses aus dienstmännischem Stande hervorgegangene Biber-acher Geschlecht an der Gesellschaft beteiligt war. 1503 erscheinenHeinrich und Wilhelm Essendorf mit 1025 fl unterwas wir sond".Ihre Mutter war wohl Apollonia Huntpissin, Essendorfs sei. Witwe,die 1491 unter Bürgschaft von Onofrius und Hans Huntpis Bürgerinzu Bavensburg würde. Und Hans von Essendorf und Apollonias Tochterwar wohl Agathe von Essendorf, Oswald Krölls selig verlassene Wittib(1542). 1

Fechter (wohl von St. Gallen).

* Felip. Anfangs wohl geradezu ein Diener der Gesellschaft, dervor 1474 in Genf war, dann 1474 in Lyon eine Bechnung führte, derauch für die Gesellschaft verkaufte (3, 3, 6, 10f.), er hat unter sichBützel (3,15). Er begegnet noch 1513 in Lyon als alternder Mann(3, 215) mit eigenem Haushalte, in dem auch die Diener der Gesellschaftleben, aber durchaus nur mehr als Kommissionär. Er kam auch aufdie Frankfurter Messen. 1507 wurde er als zweiter Geselle in Lyon

1 Keller, Lindauer Patriziat 452.