Unterbringung und Erziehung der Lehrlinge
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Väter und Verwandten draußen, sie täten den Jungens wohl damit,so tuen sie doch ihnen weh; denn nie mag einer besser ein guterTeiler werden und sonst viel lernen, denn in einer Bodega." 1
Die Vorschriften für die Behandlung der Lehrlinge sind höchstlehrreich. „Darum, so tue jedermann sein Bestes, und Ihr jungenLeute seid Euren Obern gehorsam und willig in allen redlichenSachen. So sollt Ihr Alten ihnen auch ein rechtes Vorbild tragenin allen Dingen, es sei mit Frauen, Kleidung, Zehrung. Dann seidIhr schuldig, die Jungen zu unterweisen mit Rechnungen, Briefeabschreiben lassen. Heißt sie an Feiertagen in das Scriptori sitzenund rechnen, Briefe lesen, nicht daß sie Spazierengehen. Ist unsereernstliche Meinung. Wer aber nicht gehorsam sein wollte, densendet heraus; denn wir wollen es nicht leiden. Wer sich wohl an-läßt, den braucht zu Großem; wer aber nicht will, den läßt maneinen Esel sein. Du, Jung Hülesun, uns dünkt, Du seiest gar laß.Hans Hinderofen, blase ihm den Staub von den Ohren. Wo denkstDu hin, was meinst Du, daß aus Dir werde, willst Du nicht emsigsein? Sei es bei Tag und Nacht, so wird ein rechter Mann aus Dir.Ihr habt viele junge Leute drinnen, die unterweiset mit Treue, sokann man Euch desto besser schonen und dann eine Weile heraus-lassen." 2
Ein andermal lauten diese väterlichen Ermahnungen: „Also, liebeFreunde, Jakob, Hans Hinderofen, Polai, seid daran und ziehetunsere und andere Jungens, so noch bei den Herren sind, in Treueund traget ihnen ein gutes Vorbild. Laßt ihnen nicht zu viel Laufsund daß sie nicht Kosten machen. Ihr wißt wohl, wem jeder zu-hört und wie man es vor Zeiten gehalten hat, daß die Jungen, sohei den Herren sind, alle Feiertage ins Haus kommen und in eineKammer sitzen und rechnen. Das ist unsere Meinung und wollenes gehalten haben. Es ist doch den Jungens besser; denn daß siein der Stadt herumgehen spazieren. Wer auch dazu nicht willigsein wollte, der der Unsern ist, blast ihm den Staub von den Ohren,wollen die Worte nicht helfen, ein guter Streich. Und darum, liebeFreunde, seid daran und zieht uns gute Leute. Wenn Ihr schiergern hier außen wäret, damit andere da seien, die den Handel ver-sehen, damit die Karre nachgehe; denn wenn die Gesellschaft ingutem Wesen bleibt, als sie denn lange Zeit gewesen ist und nochwill bleiben, so ist es für niemand mehr denn für Euch." 3
„Dann denkt Ihr jungen Leute, seid Polai gehorsam und was Ihrtun sollt, das tut mit Fleiß und Ernst und spart Euch nicht bei Tagund Nacht und mit geziemlicher Zehrung. Wenn man dann sieht,daß einer einen Willen hat zu einem Dinge, so braucht man ihn zuGrößerem und werden rechte Leute aus Euch. Sonst läßt man einenewiglich einen Gaul sein. Und darum, Ihr Jungen, denkt und was
1 3, 112. 2 3, 91. ä 3, 153. Vgl. auch 3, 173.
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