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140 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 3. Kapitel. § 20. 21
die von Middelburg eine Eolle. In Spanien werden die Messen vonValencia, die aragonischen von Alcaüiz, Barbastro und Darocaerwähnt, in Italien die von Vereelli, in Österreich der Markt vonMistelbach, in Ungarn die von Watta und Pesth.
Das ist eine stattliche Anzahl, aber nirgendswo darf man sich dieEavensburger mit Detailverkauf beschäftigt denken. Die Bedeutungder Messen von Antwerpen und Frankfurt war so erheblich fürdie Gesellschaft, daß sich danach der Ankauf A^on Waren und dieZeit des Transportes vorwiegend regelte.
§ 21. Unterbringung von Lehrlingen in fremden Landen. Vorschriften über ihreBehandlung. Ermahnungen. An junge Muntprats, an Hans Wigermann, FelixHumpis, Homps, den jungen Lamparter, Klaus Bützel. Mangel an alten Gesellen,Ermahnungen, Rücksicht auf Konkurrenz.
Man ist gewöhnlich des Glaubens, Italien und besonders Venedigsei die Schule der jungen oberdeutschen Kaufleute gewesen, wieBrügge etwa für die niederdeutschen. Aus unseren Papieren er-fahren wir, daß für die Süddeutschen, genauer die Oberschwaben,auch Spanien hinzukommt und auch die Niederlande. Wir werdenmehrere Gesellen kennen lernen, die die niederdeutsche-flamischeBechtsehreibung anwenden, wie andere unter stärkstem katalani-schen Einflüsse stehen.
Aber auch für Mailand und für Ofen haben wir Zeugnisse, daßdort junge unter Leitung der Gesellschaft stehende Knaben bei ein-geborenen Lehrherren untergebracht waren. In der lombardischenHauptstadt zahlte man für Kaspar von Ulm bei seinem Herren aufsJahr 12 fl rh. 1 Den jungen Peter Helmer brachte sein Vetter HerrPaul Langenberger zu einem Herrn in Ofen und für ihn übernahm einGeselle eine Bürgschaft. Man war aber der Hoffnung, an ihm einengeschickten Jungen zu haben, der die ungarische Sprache bald er-lernen werde. 2 .Die J3^esellschafLverteilte-al« o ihre Leh rjuJtgerrlnviel höherem Maße auf-die-J^and£ r -^ls--ro±r_-dfl,s van t rgenrlftir i e j'anderen deutschen Gesellschaft bisher wußten.
Jakob Eudolf führte 1479 im Herbst jungeKnaben nach Spanien.„Die versorge mit Herren zum Besten; denn wir wollten, daß ihrerviele drinnen wären, damit wir nicht — offenbar der Sprach- undLokalkenntnisse wegen — an einen gebunden sein müßten. Sowird noch bald ein ganzes Dutzend hineingesendet." 3 Man folgtemit dem Unterbringen bei eingeborenen Kaufleuten dem Eate desklugen Hinderofen, der geschrieben hatte: ,,So verstehen wir auchwohl, daß Ihr gern einen Jungen für Flandern hättet; den sendenwir Euch, wen Ihr wollt, denn wir ihrer genug hier haben. AberIhr wäret für da eines guten Teilers bedürftig, deren wir wahrlichkeinen haben. Ihr nehmt die Jungen gleich herein ins Haus undlaßt sie keine Zeit bei Welschen im Laden stehen und wähnen ihre
1 3, 321.
3, 454. 3 3, 153.
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