Wechsel. Kommissionsgeschäfte. Charakter des Geschäftes
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Auf der Lyoner Allerheiligen Messe von 1514 hatte die Gesell-schaft bei dem hohen Preise des Goldes an Wechseln aus Valenciaund Saragossa erheblichen Verlust gehabt. Man verbot das vonEavensburg aus, aber vor der Ostermesse 1515 stand man doch inder Besorgnis, daß es abermals geschehen sei. Dann sollte der Ver-treter die spanischen Wechsel durch Wechsel auf Nürnberg ein-lösen und wenn man auf den Schild 2—3 $ Verlust hätte. 1
Alles das bezeugt eine ernste Besorgnis vor den Wechseln. Überdie Wechselkurse berichteten sorgsame Gesellen öfter. 2
Die Gesellschaft nahm aber auch auf einfachen Schuldbrief Gelderan, um sie an anderem Orte auszuzahlen. So nahm sie in Prank-furt von dem dortigen Kaufmann Kraft von Stalburg 500 Dukaten,die in Venedig zahlbar waren, in Lyon von einem Berner 1500 rh. fl(zahlbar in Bern). 3
Noch wäre einiges über Kommissionsgeschäfte zu sagen. Nachden ausgezeichneten Forschungen von Schmidt-Eimpler haben siein Süddeutschland keine solche Bolle gespielt wie in Norddeutsch-land. 4 Ein eigentliches Kommissionsgeschäft war es nicht, wennein Gelieger Privataufträge von einzelnen Gesellen erledigte, nichtallein Einkäufe, sondern auch Verkäufe (z. B. von Pferden), denndas ging glatt durch die Verrechnung der Gesellschafter im Wert-buche. Finanziell konnte das wohl für ein Gelieger eine nicht un-erhebliche Belastung sein.
Anders steht es schon mit dem Besorgen von Transporten fürandere Firmen, und diese Gefälligkeit findet sich mehrfach, aberohne Entgelt. Wirkliche Kommissionsgeschäfte entstanden aberdurch beauftragte und zweifellos entschädigte Kommissionäre.Solche sind in Spanien, Italien, Frankreich, den Niederlanden undin Deutschland nachzuweisen. Dabei finden wir auch Wirte. Aberauch dauernd besorgte die Gesellschaft einer anderen Geschäfte,ohne daß wir freilich klar die finanziellen und rechtlichen Verhält-nisse kennen lernen. Insbesondere vertrat das Gelieger in Genuadie Augsburger Gossembrotgesellschaft.
Unsere Untersuchung hat ein kapitalistisches Großunternehmenklargelegt, das niemand mehr als handwerksmäßig bezeichnen wird,ein Geschäft, das sich streng an das kirchliche Zinsverbot, wiees damals gedeutet wurde, hielt, dabei aber Geld- und Kredit-geschäfte fast völlig ausschloß.
Die Gesellschaft legte auch Wert darauf, die Kurse der Warenauf den Messen genau zu kennen. Das taten auch die Sienesenschon, von denen der älteste bekannte Warenkurszettel, der von1265 von den Ohampagnermessen heimgeschickt wurde.
In den Papieren sind uns deren sieben überliefert: drei von Ant-werpen, drei von Frankfurt und einer von Nürnberg (s. Waren -
1 3, 220 f. 2 3, 115. 189. 388. 422. 424. 3 3, 20. 129. 4 Geschichte desKommissionsgeschäftes in Deutschland, 1. Bd. (1915).
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