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138 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 3. Kapitel. § 20
kurszettel S. 139). Sie sind bisher von diesen Plätzen die ältesten.Der älteste ist vom Antwerpener Bamasmarkt 1480. „Was spetzriin disem markt gölten hat" und enthält außer 11 Sorten Spezerei4 Sorten Barchent. 1 Der zweite Antwerpener, der sich wohl auf denBamasmarkt 1504 bezieht, enthält neben 5 Sorten schwäbischerStoffe 13 Sorten Spezereien. 2 Der dritte vom Januar 1507 liegt viel-leicht außerhalb der Meßzeit und steht mitten in einem Briefe, erenthält 16 Spezereien. 3
Der älteste Frankfurter berichtet über die Herbstmesse 1497,zählt 7 Spezereien und 2 schwäbische Stoffe auf, 4 dazu bietet einGegenstück über die Herbstmesse 1500 mit 20 Sorten Spezereienein Brief Gabriel Geßlers. 5 Der über die Herbstmesse 1503 berichtetüber 8 Spezereien. 6
Davon unterscheidet sich durch Kürze der Nürnberger Berichtvon 1504, er umfaßt 6 Spezereien, dazu Silber. 7
Sie fallen in die Zeit von 1480 bis 1507, in die die UmseglungAfrikas und die direkte Verbindung mit Ostindien fällt, deren Wir-kung an den Ziffern abzulesen ist.
Die Bavensburger haben gleich den meisten Kaufleuten ihrerZeit den Messen ein hervorragendes Interesse gewidmet. Die ältestefür Westeuropa entscheidenden Messen, die der Champagne, hattenzu den Zeiten unserer Handelspapiere ihre Bolle ausgespielt. Brüggewar als ständiger Meßplatz der Haupterbe, doch gewannen eine er-hebliche Bedeutung die Messen von Genf, die für die Spanier, Ober-itabener, Franzosen und Oberdeutschen gut gelegen waren.
Die einzelnen Messen werden bei den einzelnen Landschaften zubesprechen sein. Hier muß jedoch eine kurze Übersicht gegebenwerden. Für die Gesellschaft hatten die größte Bedeutung dieMessen zu Frankfurt a. M., zu ihr wurden Gesellen von Nürnbergbeordert, es gingen aber auch regelmäßig Beauftragte von Eavens-burg aus dahin. In zweiter Linie stehen die Messen von Antwerpen,ursprüngUch wurden sie vom Gelieger von Brügge aus besorgt, diesesselbst aber frühzeitig dahin verlangt. Eine erhebliche Bedeutunghatte auch der Besuch der Messen von Lyon, das dortige Geliegerwurde aufgegeben, doch blieb es üblich, jemand hinzusenden, auchwenn er nicht viel anderes zu tun hatte, als auf diesem für den Geld-handel zeitweise leitenden Platze Nachrichten einzuziehen. EinKaufmann kann nicht leicht eine Messe versäumen, denn meisthat er Schulden einzuziehen. Vor dem schnellen Siege der LyonerMessen waren die Bavensburger auf den Genfer vertreten gewesen.
Begelmäßig wurde auch die Messe von Nördlingen besucht, nichtdie von Zurzach, gelegentlich auch die von Begensburg. Die Heil-tumsfahrt von Nürnberg fand ja am Sitze eines Geliegers statt. Inden Niederlanden spielen auch die Messen von Bergen op Zoom und
1 3, 432. 2 3, 438. 3 3, 441. 4 3, 369. 5 3, 377. « 3, 387. 7 3, 390.
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