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1 (1923)
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136
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136 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 3. Kapitel. § 20

Daneben laufen noch andere Schuldbekenntnisse, wo von Wechselnicht die Eede ist.

In den Handlungsbüchern des Mailänder GeHegers begegnet einWechsel des Ottomar de San Gallo e compani alamanni, unter denenzweifellos die Gesellschaft zu verstehen ist. Er hatte von der Bankdes Piero del Conte in Mailand 350 U imper. erhalten für LionardoFrancho (= Frei) und hatte in Genua dafür 300 U Genueser an dieBank des Battista Spinola in Genua zu zahlen. Der Wechsel ging vonden Conte an die Mailänder Medici, von diesen an die Centurioni inGenua, die ihn vielleicht noch weiter gaben, ehe er an die Spinola kam. 1

1474 geht nach Nürnberg die Weisung, überschießendes Geld anSilber oder Wechsel zu legen, woran man das meiste gewinne. 2

Die folgenden chronologisch angeordneten Fälle sind nur eineAuswahl, in manchen Fällen mögen auch noch Wechselverpflich-tungen vorliegen, hier sind nur solche aufgenommen, wo die damalsfür einen Wechsel erforderliche Münzdifferenz zweifellos ist.

In dem Lyoner Meßzettel von 1480 sind eingegangene Wechsel-schulden wahrscheinlich die 600 rh. fl von Hans Tucher von Nürn-berg und die 500 rh. fl von Hans Wagner, sicher die 400 v, die manvon Lucas Dony aufgenommen und in Brügge zu ersetzen hatte. 3

Auf der Ostermesse zu Frankfurt 1503 schuldete manWechselund sonst" 5617 fl 5 ß. Darunter werden als Wechsel bezeichnet500 fl von Albrecht Thoma und 2100 fl von Herwart. 4 Auf derHerbstmesse nahm man 1500 Dukaten auf Venedig und hoffte, daßdie Gelieger von Genua und Mailand dem stark genug sein würden. 5

Dem Gelieger von Nürnberg entringt sich 1504 der Seufzer:,,Kämen Wechsel von Genua, von Klaus im Steinhaus, von Euchoder anderswoher, wir hätten nicht 10 fl an Gold im Hause." 6Während das Gelieger zu Mailand 1504 nur einen in Genua aus-gestellten Wechselbrief über 2071 U an Sigmund Gossembrot zuzahlen hat, 7 waren bald diese italienischen Gelieger schwer be-drängt. 1507 schreibt aber Hünlin:Ist doch ein arm Ding mitden Wechseln. So Ihr gleich meint, daß ein Ende damit sei, so istes erst angefangen." Lyon und Genua hatten Mailand neu be-lastet. 8 Gleichzeitig schrieb Antwerpen, in seiner Geldnot habe manauf die Herren in Bavensburg 200 fl zahlbar zu Bavensburg vistalittera an Buland de Febre oder seine Order genommen und be-fürchtete, vielleicht an neuen Wechseln nicht vorbeizukommen.Auf die Frankfurter Messe hatte man von drei Deutschen zusammen1600 fl genommen, der Diskonto betrug mehr wie 3% %. 9 Der Ver-lauf der Messe ergab dann, daß die Bavensburger bei WilhelmBehlinger eine Wechselschuld von 1000 Dukaten eingingen, die dasMailänder Gelieger auf Jakobi zu Venedig zu zahlen hatte. 10

1 Sieveking, Die Handlungsbücher der Medici, 151, 41. 2 3,5. 3 3, 211.1 3, 383. Bei den Fuggern und Welsern fehlt die Bezeichnung als Wechsel. 5 3, 388.

3, 300. 7 3, 279.

3, 309.

3, 442 f. 10 3, 392.