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1 (1923)
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Einkauf. Behandlung der gekauften Ware

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Ernst in die Hand nehmen, oder unsere Sache wäre ganz nichtsund stieß man uns ganz mit allem Gewerbe in den Sack. Wennein Ding gute Frage hat, kann man es nicht mit Warten behüben.Kauft die Werte zu Zeiten, denn, wenn es nicht besser hinfürgehandelt wird, so wären wir mit Euch der Leute Spott zum Scha-den." 1 Die arabische Lehre, daß der Kaufmann ebenso Optimistwie Pessimist sein müsse, wird nicht ausdrücklich ausgesprochen,aber doch meist innegehalten.

Ein musterhafter Bestellzettel liegt von Diepold Bucklin vor. 2Aber nicht alle Bestellungen waren so gut. „Dann ist sicherunvernünftig um die Mützen geschrieben, denn in einer Bezeptsteht wohl zweimal bonnets di grana und steht nicht tondy odermit orra und ganz kein Unterschied und kann es der zu Maüandnicht verstehen noch wir. Darum, Hans, Du hast es geschrieben.Wenn du um ein Gut willst schreiben, so muß einer lauter schreiben,daß man es verstehen kann." 3

Vor allem ergibt sich aber eins, die Gesellschaft kaufte fast stetsin bar ein, ja gab bei manchen Waren — und es waren nicht diebilligsten — Vorschüsse.

§ 18. Behandlung der Waren. Lagern. Verpacken. Zeichnen der Ballen. Bei-gabe von Rezepten. Zeitliche Bedingungen für den Versand. Wahl der Verkaufsorte.Einfluß von Gelieger und Zentrale auf die Bestellung. Frühzeitiger Verkauf. GuteSortierung. Schlechte, unverkäufliche Ware. Stichgeschäfte. Konjunkturen.

Auf den Land- und den Seetransport kommen wir später in.besonderen Abschnitten zu sprechen. Hier sei nur darauf hinge-wiesen, daß die Gesellschaft den Seetransport von Genua bisBrügge eifrig betrieb, früher vielleicht sogar den von Venedig aus.Sie vereinigte den wägenden Binnenhandel mit dem wagendenSeehandel, allerdings im Gegensatz zu den hansischen von Plätzenaus, die auch auf dem Landwege zu erreichen waren und erreichtwurden. Im folgenden ist von den lokalen Dingen abgesehen. .

Zunächst handelt es sich um die Behandlung der Waren zwischen /Einkauf und Verkauf. Eine gute Behandlung der Waren auf dem /Lager, die sorgfältige Verpackung für die Fahrt, die genaue Bezeich-/nung der Warenballen, die rechtzeitige Versendung und die Verteilung/der Ballen auf mehrere Schiffe oder Landtransporte war eine ernste!Sorge der Bavensburger Herren.

„Seid früh und spät, damit Ihr die Merceria und die Mützensauber behaltet, da streckt die Nacht an." 4 — „Haltet das Gutsauber und streckt die Nacht daran." 5 — „Siebt den Safran wohlund stibiert (preßt) ihn nicht zu stark mit den Stricken, denn solche„Stümpfe" sind gar unverkäuflich." 9 — „Stibiert (preßt) den Safrannicht zu hart, so backt er nicht so fest ineinander.'" — „Soschreibt Ihr viel Geld aus um Eeis und ander Gut zu stibieren.

1 3, 84. Vgl.412. 2 3,235 ff. 3 3,140. 4 3,56. 6 3,81. 6 3, 67. 7 3, 61; vgl.137. 169.

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