Grundsätze beim Einkaufe
121
Sachen besser, ist Not." 1 — „Hütet Euch vor großen Eezepten (Be-stellungen), schreibt oft um Gut und lützel, das läufig sei und Profittrage." 2 — „Das wäre die Kunst, um Gut schreiben oft und lützel,so ginge es mit Lust von der Hand." 3 Man „solle sich guten Gutesfleißen und auf die Form, wie es eines Landes Sitte ist, daß mandanach bestelle".
Bei den Bestellungen solle man genaue Angaben machen, mansolle „luter schriben". 4 Es wurden Muster (monstra) den Eezeptenbeigefügt. 5 Bei der Behandlung der einzelnen Waren wird sichzeigen, wie weit Kauf nach Probe vorkam. Sorgfältige Auswahlder Ware wurde immer wieder gefordert. Vor allem war der Ein-kauf der Korallen schwierig: „Battista, tue die Augen auf; denn esist eine helle Kaufmannschaft zu kaufen." 6 An Lütfried Muntpratschreiben die Herren: „Wir sorgen wohl, Lütfried, Du seiest ihmzu kindisch." Lieber soll ein Älterer nach Barcelona reiten, damitman keinen Unkauf tue. 7 „Korallen kaufen ist nicht ein kindlichSpiel." 8 — „Sieh dabei zu, daß Dir nicht Haare unter Wolle ge-schlagen werden." 9 — „Es ist eine helle Ware, Seide kaufen." 10 —„Fleiße Dich guten Kaufes und guten Gutes, denn am Einkaufenliegt der Gewinn." 11
An diese Sätze klingen die arabischen an: Kaufe ein bei steigen-den Preisen, nicht bei fallenden. Warte den Zeitpunkt ab, wo eineWare billig ist. 12 Und Savary warnt davor, sich bei Büligkeit derWare zu übergroßen Einkäufen verleiten zu lassen.
Man gebot, sorgfältig nachzumessen und das nicht den Webernzu überlassen. 13 Der arabischen Begel, die ja aber auch nichtimmer beachtet wurde, beim Einkauf für den Verkäufer, beimVerkauf für den Einkäufer günstig zu messen, 14 wurde von denBavensburgern allerdings nicht befolgt. Sie rechneten vielmehrbei der Leinwand mit den dem Verkäufer nicht bezahlten „Vor-ellen".
Böse und gute Ware, gleich andere Leute es tun, zu mischen,schlug man ab. 15 „Darum, was der Sorten wäre, daran man etwashat, darauf muß man sich desto mehr legen, denn was für einegroße Mühe und Arbeit haben wir und man sollte nichts daranhaben? Besser wäre müßiggehen, wiewohl man vielleicht eine Sortebei der anderen haben muß. 16 Man muß sich der Sorten be-fleißigen, die Lauf haben." 17
„Beim Einkaufen muß man Herabtun mit voller Gewalt." 18 DieLehre vom justum pretium tritt uns in den Worten entgegen.„Wenn ein Ding ganz auf das Niedrigste kommt, so muß es auchauf seinen Wert kommen." 19 Es ist sehr oft davon die Bede, daßeine Ware im gleichen gehe. Damit ist zumeist der gerechte Preis-
1 3, 78. 2 3, 56. 3 3, 143. 4 3, 143. 5 3, 9 (Tuch), vgl. 87 und öfter. 6 3, 142.7 3, 60. 8 3, 79. 9 3, 79. 10 3, 59. " 3, 187. 12 Ritter, S. 7, 56. ". 3, 224.14 Ritter, S. 27. 30. 37. 15 3. 7. " 3, 130. » 3, 179. 18 3, 284. l » 3, 77.
st
■B BBM
)M?^fSf