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1 (1923)
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120
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120 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 2. Kapitel. § 17

kauf beteiligt waren. Außerdem bot ihnen in Italien Mailand Eisen-waren und Textilwaren, Genua neben diesen noch Korallen, diefreilich wohl alle an der Nordküste Afrikas gewonnen waren, Florenz,wurde nur nebenbei besucht, und das Gelieger in Venedig früh auf-gelassen.

In Bourg-en-Bresse wurde die Kanemasserie der Lande an derSaöne erfaßt. In Spanien boten sich die Wolle von Tortosa, die Früchtevon Valencia nebst den hierher gelangenden Waren der mohamme-danischen Welt, vor allem auch der Zucker. Diesem wandte mansich so stark zu, daß man hier eine Baffinerie für eigene Bechnungbetrieb.

Das Gelieger in Brügge, später Antwerpen kaufte im weiten Um-fange auf: niederländische Leinen, Mützen, Metallwaren Nordwest-dcutschlands und Tuche, englische und andere, Arras usw.

Hier sind nur die hauptsächlichsten Handelsartikel aufzuführen^denn der örtliche Handel und die einzelnen Waren sind in demsechsten und neunten Buch näher zu behandeln, auf die hier ver-wiesen wird.

Es galt also das Prinzip, möglichst wenig aus zweiter Hand zukaufen. 1 Für manche Waren beschäftigte man durch Aufträge eineAnzahl von Gewerbetreibenden. Die Safrananlegung beruhte aufEinkauf im einzelnen von Bespondenten, die Vorschüsse erhielten..Ein eigentliches Verlegertum, die Organisation der Produktion ineigener Hand, wurde nur selten erstrebt. Die Leiter heben be-zeichnend die Bedeutung des Ankaufs durch die Worte hervor:;„Am Einkaufen liegt der Gewinn." 2 — „Alle Vorteile im Ein-kaufen suchen, denn am Einkaufen liegt die Kunst und der Ge-winn." 3 Die Vorteile des Großhändlers gegenüber dem Klein-händler beim Einkauf, die vor allem auch durch die Ständigkeitder Gelieger gefördert wurden, traten oft zutage.

Der Einkauf sollte sich nach den Bestellungen, den „Bezepten"regem, und der „Kommission", die von den Herren kam. Vielfachbestellte man nach detaillierten Wünschen der Kunden. Wenneine solche Bestellung eintraf, suchte der Geselle des Ankaufsortesihr requapta zu geben, d. h. sie möglichst auszuführen. 4 „Doch sowird die Kunst auch an dem liegen, ob sie teuer oder wohlfeil wird;denn ist sie teuer, so kauft von ihr desto minder, wohlfeil, destomehr." 5 — „Wenn ein Ding teuer ist, so legt sich jedermann mitdem Mindesten, so er kann." 6 — „Kommet hinter kein Gewerbeohne Kommission, insonder hinter nichts Großes." 7 — „Wärenwir Propheten, so wäre es gut. Wiewohl es sehr gut ist, nicht überdie Kommission zu gehen, aber, so eine Sache ganz am Tage üegt,so sollte einer ihm billiger Weise genug sein. Betrachtet hiufür die

1 Vgl. unten 3, 102 f. 2 3, 75. 3 3, 187. 255. 386. 4 Requapta von lat. recapi-tare, catal. recaudar, altspan. reoaldar (erreichen). 3, 102 und sehr oft. 6 3, 103..130. • 3, 95. ' 3, 84.