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1 (1923)
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Post. Ankauf der Waren

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neue an, die Nutzen in Aussicht stellten. Dimisqi hatte schon längstauf den Eat des Propheten hingewiesen, nicht auf einem Geschäfts-zweige zu verharren, sondern ihn zu wechseln. 1 Das aber setzte eineaußerordentlich weitgehende Warenkenntnis voraus. Die Gesellenkonnten nicht die des Spezialhändlers erreichen, aber sie suchtenden Gefahren aus dem Wege zu gehen, indem sie die schwierigstenAnkäufe, Korallen und Safran, nur ganz erprobten Gesellen über-wiesen oder doch, wenn das Prinzip bei Mangel an solchen nichtvöllig durchgeführt werden konnte, es wenigstens anerkannten.

Daß der Handel auf wertvolle Waren von geringem Volumeneingeschränkt war, lag an den hohen Transportkosten. Dem büligenTagesgebrauche konnten sie nur in einigen Waren dienen, eigent-liche Massenartikel haben sie nie geführt. Vom Getreide-, Holz-,Viehhandel findet sich keine Spur. Dabei versuchte die Gesellschaftmöglichst bis an die Stätten der Produktion zu gelangen. Das warfreilich vielfach ausgeschlossen. Die Waren des Levantehandelskonnte die Gesellschaft nicht über Venedig, das ja den deutschenKaufleuten eine Weiterreise unmöglich machte, auch nicht überGenua« oder Barcelona oder Valencia hinaus verfolgen. Nach derEntdeckung der Umfahrt um Afrika, nach der Verlegung des Ver-kaufes der ostindischen Waren nach Lissabon hat die Gesellschaftallerdings nicht den Schritt getan, dort ein Gelieger zu errichten.Die Entdeckung Amerikas gab Sevilla eine gewisse Bedeutung, aberauch dahin folgte sie nicht. Sie hat auch den englischen Markt nichtaufgesucht.

Aber trotzdem ist der Umfang so weit gespannt, wie bei keineranderen oberdeutschen Handelsgesellschaft vor den Fuggern, wennes nicht auch von den Diesbach-von Watt gilt, und dann von den/Welsern, die jene neuen Plätze sofort aufsuchten.

An die Produktionsorte gelangten sie vielfach. Zunächst organi-!sierten sie in weitgehender Weise, in der Heimat den Ankauf ober-schwäbischen Leinens, in weit geringerem Maße den des dortigenBarchent, dessen Herstellung sie mindestens später auch nur zumgeringen Teüe durch Zufuhr von Baumwolle förderten. In Nürn-berg erwarben sie die dort hergestellten Metallwaren, an dem dor-tigen Metallhandel beteiligten sie sich einigermaßen, nur beiläufigwaren sie auch an dem Handel mit Edelmetallen beteiligt, den dieAugsburger Häuser erfolgreich pflegten.

In dem italienischen Gebiete pflegten sie den Safranaufkauf, dermit dem Leinenhandel den Bückgrat ihres Handels bildete, deshalbgingen sie bis zu den Märkten von Aquila, wie sie nieder österreichischeProduktion in Wien, die Südostfrankreichs in Lyon und besondersdie aragonesische in Barcelona-Saragossa, die lombardische in Mai-land erfaßten, so daß sie an allen Hauptproduktionsstätten am An-

1 Ritter, S.64f.