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1 (1923)
Entstehung
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Kechtlicher Charakter der Gesellschaft

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zur Ausprägung kamen. Die Einlage der Teilhaber der Eavens-burger Gesellschaft war aber weit davon entfernt normiert zu sein,sie wuchs oder verminderte sich nach den Auszahlungen an die Be-sitzer der Einlagen. Die Einlagen waren auch nicht verkauf lieh.Aber für den alten, zur Euhe in die Heimat heimgekehrten Gesellen,für die Erben eines Gesellen war die Einlage fast eine Aktie, diedurch die Arbeit anderer befruchtet wurde.

An die Aktiengesellschaft gemahnen auch die Ansätze zu demDirektorium oder Aufsichtsrate, die wir kennen lernten. Der Auf-sichtsrat der Aktiengesellschaften ist aus den Eeihen derHaupt-partizipanten" hervorgegangen, das trifft auch für den Seuneraus-schuß inEavensburg zu. Die spätere deutsche Aktiengesellschaft hatnicht zur Voraussetzung, daß die leitenden Direktoren und die Proku-risten Aktionäre sind, bei der Eavensburger Gesellschaft aber warenalle diese auch Besitzer von Einlagen. Endlich war die Aktien-gesellschaft eine Kumulation von Kapital, das nach Verwendungsuchte und zum Teil von Leuten hergegeben wurde, die vom Handelselbst nichts verstanden. Bei der Eavensburger Gesellschaft istkeine Einlage mir bekannt, von der nicht anzunehmen wäre, daßsie nicht einst im Eigentum eines wirklich tätigen Gesellen ge-standen habe. Sie ist nicht in dem Maße kapitalistisch, wie dasbei den niederländischen Handelskompagnien um 1600 der Fall war.Das Kapital ist bei ihr in der Theorie stets mit der Arbeit ver-bunden gedacht; sieht man nur auf eine der sechsjährigen Erneue-rungsperioden, so ist in dieser der Gegensatz von Nurkapitalistenund von Arbeit und Hauptgut gewährenden stark, er verschwindet,wenn man die gesamte Geschichte der Gesellschaft übersieht. DerJurist wird daher geneigt sein müssen, diesen Gegensatz stärker zubetonen, als der Wirtschaftshistoriker zugeben kann.

Die Aktiengesellschaft ist von vornherein eine Gesellschaft vonKapitalisten gewesen, die sich in der ältesten Zeit um lebensläng-lich wirkende Kaufleute (Direktoren, Bewindhebbers) sammelten,die Eavensburger Gesellschaft war eine Genossenschaft von Kauf-leuteiTlnit Einschuß von Kapital und Arbelt, wa r eige~AT l ti6rt5-gemernsc^ätr. _ lm~^ltrt^lref'begünstigte' das_ZmsverDöt~ATbelts-gemeinschaften, der Kapitalist, der höhere Zinsen wollte, mußteKaufmann bleiben, in der zweiten Hälfte seines Lebens saß er dannwohl daheim als Kapitalist. So spottet die Gesellschaft einer glattenEinreihung in die üblichen Fächer der Geschichte des Handels-rechtes.

Das Lehrreichste an ihrer ganzen Struktur ist die Kunst dieserzweifellos an Mitgliederzahl größten mittelalterlichen Handelsgesell-schaft, daß sie es verstanden hat, natürliche Konkurrenten zu-sammenzubinden, einer gemeinsamen starken Leitung zu unter-stellen, die sittlichen Kräfte der einzelnen Gesellen zu regeln, dieGesellschaft zu einer so weiten räumlichen Ausdehnung zu ge-

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