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1 (1923)
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84
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Zweites Buch. Organisation der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 11

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Die Schulden waren allem Anscheine nach zinsfrei, wenigstenssind niemals die Zinsen von einer Rechnung der anderen zuge-schrieben worden.

Das Verzeichnis der zweifelhaften Schulden hat einen über-raschend festen Bestand, auch die Gesamtsumme schwankt wenig,zwischen 924 fl und 1885 fl. Das älteste Verzeichnis von 1500 ent-hält 31 Posten mit 924 fl, davon finden sich 11 noch 1520 mit639 fl vor. Ob von dem Eest aber wirklich sehr viel einging? Fünfweitere Posten verschwinden nach 1520. Ich glaube nicht, daßaus diesen meist uralten Schuldbriefen viel herausgebracht wurde.Unter den Schuldnern steht Herr Hans Truchseß von Waldburg,der alte Abt von Weingarten, ein Humpis und ein Sürg, so mögenauch bestrittene Schulden gerade unter den dauerhaftesten ge-wesen sein.

Die Kreditgewährung, soweit sie von der Zentrale abhing, wirdman als vorsichtig bezeichnen dürfen. Aber die Gelieger beherrschteman nicht im gleichen Maße.

Das Gegenstück zu der Eechnung über die guten Schulden sinddie über die Passivschulden der Gesellschaft unterwas wir sond".Es sind zum Teil dieselben Personen bei dieser Rechnung Schuldner,bei jener Gläubiger, da sind Gesellen und ihre Erben, Diener undHandwerker, Fuhrleute und Kaufleute. Adlige und Prälaten findensich da nicht: nur der Landkomtur von Altshausen und der Bischofvon Konstanz (1497 1400 fl). Würden wir das entsprechendeBuch etwa Ambrosius Höchstetters haben, dann fänden wir eineviel größere Zahl von Einlagen, man hat hier den Eindruck, daßdas in den meisten Fällen Beste sind von Bezahlungen, die dieGläubiger gern haben stehen lassen und auch hier bleiben kleinePosten jahrelang offen.

Besondere Beachtung verdienen die Kredite, die befreundeteGeschäftshäuser gewährten. Die Fugger hatten 1500 5662 fl zufordern, 1503 944, 1510 3750 und 1520 317% fl. Sigmund Gossem-brot und Genossen von Augsburg 1500 840 fl. Gordian Suter war1514 Gläubiger für 113 fl.

Die Stadt Ravensburg hatte 1497 ein Guthaben von 351 fl,1500 von 204 fl. Das Spital hatte fast regelmäßig ein solches.Dann blieben die frommen Gaben, welche die Gesellschaft spendete,vielfach ganz oder zum Teil liegen, und da erscheinen am häufigstendie Schwestern zu St. Michel,unser Gestift im Kloster der Karme-liter," die Brüder im Kloster, die Hausarmen in Ravensburg undKonstanz, Sondersiechen, Kkchenbauten und einmal auch dieBrüder al vael de Jesuz ze Valencia. Man scheint auch dafür keinenZins gezahlt zu haben, wenigstens wird bei einer Summe von 1400 fl,die von 1503 an viermal besonders aufgeführt wird, besonders an-gegeben: so man verzinst. Inhaber dieser Forderung aber warjener Konrad Humpis, der erster Regierer der Gesellschaft wurde.

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