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Schuldner. Gläubiger. Spenden „durch Gott".
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Der Gesamtbetrag dieser Posten sehwankte von Rechnung zuRechnung erheblich, das Minimum 1497 8135 fl, das Maximum1520 16114 fl, von 1525 fehlt die Rechnung. Der Durchschnitts-betrag von 11562 fl ist weit höher als der Betrag der guten Schulden:3295 fl, und nimmt man auch noch die zweifelhaften Schulden mit1388 fl hinzu, so ergeben die Aktiva nur 4683 fl, es arbeiteten alsodurchschnittlich 6879 fl fremden Geldes fast ohne Verzinsung fürdie Gesellschaft mit. Sie genoß also in der Heimat einen gutenKredit. In der Fremde übertrafen aber umgekehrt die Ausständeder Gesellschaft ihre Verpflichtungen, wie sich bei Behandlung dereinzelnen Gelieger ergeben wird.
Schon aus diesen Zusammenstellungen folgt, daß die Gesell-schaft eigentliche Kreditgeschäfte — wie sie damals in Augsburgaufkamen — völlig unterließ.
Die Gesellschaft zweigte bei jeder Abrechnung eine erhebliche(Summe für wohltätige und religiöse Zwecke ab. Wie sie ihrenDank an die verdienten Gesellen durch Verehrungen bekundete,so wurde auch der Lenker aller Dinge, von dessen Gnade und Mildealler Segen der Gesellschaft herkam, verehrt. In fast naiver Formwird der Hebe Herrgott an dem Gewinne beteiligt.
Die Höhe der „durch Gott" bewilligten Summe hängt sicherlichauch von dem Ertrage ab; wenn 1497 und 1514 sie 500 fl betrug,1500,1504, 1507 und 1510 aber 600, so darf man wohl darin höhereund niedere Erträgnisse überhaupt erkennen. Bei den Rechnungenvon 1517 und 1520 schnellt die Summe auf 300 fl zurück. Ist dasnur ein Zeichen schlechterer Geschäfte oder übte der religiöse Zwie-spalt, der damals begann, bereits seine Wirkung? Bei der Rechnungvon 1520 halte ich eine Einwirkung für möglich. 1525 bewilligteman noch 100 fl.
Die Einzelverteilung zeigt uns die vielseitigen Interessen der Ge-sellschaft, und es spiegelt sich in dem Bilde ihre Geschichte wider.Das aber ist im fünften Buche zu behandeln.
Noch eines ist hervorzuheben. Wenn die Gesellen möglichstnicht nur ihr Hauptgut, sondern auch ihre Ehrungen und ihre Ge-winne im allgemeinen hätten stehen lassen, so wäre das Hauptguterheblich angewachsen, wie es etwa bei den Puggern geschah. Reinkapitalistischer Denkweise hätte das entsprochen, aber es ist dochzu beachten, daß die Kbtata zur Rechnung von 1514 deutlich dieAbsicht bekunden, nur eine Summe von 130000 fl zu beheben, An-teile „auszusetzen", Erbenmassen ganz zurückzuzahlen, kurzumsich nicht auszudehnen. 1 Und unter den Zahlungen, die 1503 inPrankfurt zur Ostermesse erwartet werden, stehen manche Gesell-schafter, die mit diesen und den folgenden Zahlungen nicht aus-schieden, sondern später noch Einlagen hatten, in einzelnen Fällenmögen es Dividenden und Ehrungen sein, aber wohl kaum in allen.
1 Unten 3, 49. Vgl. auch oben S. 65—68.
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