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1 (1923)
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Zweites Buch. Organisation der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 11

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führer und für letztere die einzelnen Gesellen verantwortlich ge-macht. Bei der Hauptrechnung wurden die Abgänge, die aus denEechnungen besonders zusammengestellt waren, einzeln durch-beraten und dann eine bestimmte Summe beschlossen, welche demSchuldigen im Wertbuche abgeschrieben wurde. 1 Die Bekor-danzen reden und ermahnen sehr oft allgemein oder auch den ein-zelnen. Von 1497 bis 1525 sind wir genauer unterrichtet, da meistdie Zettel und die Beschlüsse erhalten sind. Man kann da ein An-wachsen feststellen, bis im Jahre 1517 gar eine Strafsumme von2657 fl herauskommt.

Von Fehlern völlig frei ist selten eine Kechnung geblieben. Selbstdem vortrefflichen Moritz Hürus fehlte ein Stück Arras, und dasMuster der Gewissenhaftigkeit Alexius Hüleson hat 27 U zu wenig.Einige Eechnungsführer wie Hans Her, Hans Kloter, Andreas undKonrad Hilleson, Heinrich Stüdlin, Nikolaus und Polai im Stein-haus, auch Oswald Kröll stehen ihnen gleich oder wenig nach. EineEeihe von guten Eechnungsführern stellte auch die Familie Geßler,und doch hatten auch sie ein räudiges Schäflein, wie die Hinderofenihren jüngeren Hans und die im Steinhause ihren Lütfried, beiHeinrich lag vielleicht Unbedachtsamkeit vor; der treffliche alteJakob Eudolf hatte einen Namensvetter, der ihm wenig Ehre machte.

Fast keiner aus den vornehmsten-Familien verstand eine-genaueBuchführung., .— Hans Diepolt Humpis, Ulrich Blarer, Kaspar und"Heinrich von Ulm usw. mußten schwere Straf en zahlen, und mancheverschwanden dann aus den Geliegern.

Ganz besonders groß waren die Überschreitungen bei den Kleidern,die adligen Junker gingen in Spanien wie in Italien aber auch indeutschen Landen gar zu gern in seidenen und „zerhauenen"Kleidern einher, die die Gesellschaft bezahlen sollte. Ein unver-besserlicher Kleidernarr war Konrad von Boggwil; Ulrich Ehingerverbrauchte gleich für 120 fl, der sonst brauchbare Jörg Stöben-haber erhielt im gleichen Jahre 20 fl Strafe, Kaspar von Ulmkonnte nicht elegant genug auftreten. Ulrich Geßler verbrauchtein Genua für 45 fl während dreier Jahre, davon schrieb man ihm24 fl zu. Polai Hinderofen in Mailand wurde mit 25 fl, Jakob Hünlinin Wien mit 40 fl bestraft. Im allgemeinen hielten sich die nichtden Geschlechtern angehörigen Gesellen besser.

Das sind aber alles noch Fehler der Schwachheit. Bei PeterWaldmann in Valencia liegt die Sache schon weit übler, er hattevor 1514 durch Geschäfte mit einem Spanier der Gesellschaft einenschweren Schaden zugefügt, den man ein Jahrzehnt später nochfühlte. Ein verwegener Geselle war Ulrich Ehinger, es kümmerteihn wenig, daß ihm in der Kasse schließlich 1420 fl fehlten, auchmanche Waren, er schaffte sich tüchtig Kleider an und nahm sie

1 Beispiel unten 3, 50.

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