Die Stellung der Gesellen. Ehrungen
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Gabriel Geßler — der für seine Tätigkeit in Wien einmal 350 flerhielt — und der von der Ankenrente-Gesellschaft herüber-gekommene Konrad Täschler.
Mit besonderem Eespekte wurden auch einige alte Gesellen ausKonstanz behandelt, deren Haupttätigkeit schon früher lag: MoritzHürus, Claus und Polai im Steinhause und Polai Zwick. Von denTrägern der stolzen Namen Humpis und Muntprat sind nur wenige,und zwar mit bescheidenen Ehrungen bedacht worden; die Zeitihrer kaufmännischen Arbeitslust war vorüber.
Unter den Eavensburgern nimmt Clement Ankenrüte eine her-vorragende Stellung ein, dann mehrere andere Hillensons. Bei denWangenern wachsen sich Onofrius und Polai Hinderofen zu leiten-den Kaufleuten aus. Der ältere Jakob Eudolf aus Isny gehörtezum alten Stamme erprobter Geliegerhalter. Von den Lindauernist Oswald Kröll hervorzuheben. Der Memminger Jörg Stöbenhaberwuchs schnell an Bedeutung. Nach manchen Irrungen erhieltPeter Waldmann 1525 eine Ehrung von 250 fl.
Alle anderen Gesellen erhielten weniger hohe Summen. Ganzzuletzt kommen die Ehrungen für Kommissäre und Geschäfts-freunde, die meist auf 10 fl bemessen wurden. Diesen wurde derBetrag bar ausgezahlt, den Gesellen aber ins Wertbuch geschrieben,er nahm dann, soweit er nicht abgehoben wurde, an dem Gewinneder neuen Geschäftsperiode teil.
Diese Einrichtung der Ehrungen ward bisher kaum beachtetund doch war sie wohl geeignet, die Tüchtigkeit zur Geltung zubringen, den Eifer anzuspornen und die Lässigen zu bestrafen.Ein solcher erhielt ja seine Kosten für die Reise und in den Ge-Hegern ersetzt, darüber hinaus auch die Dividende für seine Ein-lage. Der Fleißige aber erhielt eine sehr reichliche Belohnung.Wenn Hans Hinderofen 400 fl Ehrung bei einer Dividende von25 % für den gleichen Zeitraum erhielt, so entsprach eine solcheEhrung einem persönlichen Hauptgute von 1600 fl. Es istsofort zu ersehen, daß so tüchtige Gesellen erhebliche Kapitalienzurückzulegen imstande waren. Die Verleihung hing wohl vomJSTeunerauschuß ab; eine allgemeine Abstimmung aller Gesellenhätte wohl demokratischen Instinkten nachgegeben. Verkannte,die sich schlecht belohnt glaubten, hat es wohl an jedem Rechnungs-tage gegeben.
Im Jahre 1514 gelangten bei einem Hauptgute von 130000 fl3212 fl als Ehrungen und 500 fl für wohltätige und religiöse Zweckezur Verteilung. Der Gewinn betrug also diese Posten mit ein-gerechnet bei 21% Dividende 31012 fl. Von ihm kamen 10,36° 0auf Ehrungen, 1,61% au f die anderen Zwecke zur Verwendung.Rein kapitalistisch dachte die Gesellschaft also nicht.
Für Abgänge an Geld oder Waren, für ganz leichtsinnige Kredite,für überflüssige Zehrung und Kleidung wurden die Rechnungs-
Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. I. 6
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