Die Stellung der Gesellen, ihre Versorgung
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schaffte sich an Kleidung einen Eock und einen Kapfenzipfel, 4 PaarHosen, 1 Wams, 2 Wamsel aus Barchent, 1 Mantel (3 fl 10 ß),1 Goller, 1 Kappen, und er nahm teure Stoffe Brüggisch Tuch fürdie Hosen (die Elle zu 2 fl 15 ß, ein andermal 1 fl die Elle), zu-sammen für 21 fl 18 ß 6 ,Sj. Während eines weiteren Jahres noch1 Wams, 2 Paar Hosen, 1 Leibröcklein mit Pelzfutter, 1 langenBeitrock und 1 Hut. Er verbrauchte in den 2 Jahren 46 PaarSchuhe zu je 2 ß und 2 Paar Stiefel zu je 3 ß, wobei das Leder vonihm gestellt wurde, außerdem ein Paar „Sagelin". Er kaufte weiter
1 Paar Beitsäcke, 1 Tasche, 1 Gürtel, 1 Paar Sporen und 2 Messer(1 /? 6 hl.). Nach der sicher vollständigen Berechnung für 1477 bis1479 ergibt sich auf das Jahr 1477/78 gerechnet eine Ausgabe einesnicht auf Beisen gehenden, sondern im Gelieger verbleibenden Gesellenvon 73 fl, etwas niedriger ist die Summe für die nächsten 54 Wochen.
Ähnlich ist das Ergebnis für Heinz Wyer. 1 Er verbrauchte in2 3 / 4 Jahren 22 Paar Schuhe (von 1 ß 10 hl. bis 2 ß), weiter 2 Paarstarke (2 ß), 4 Paar Winterschuhe (von 2 ß 3 bis 4 ß 2 hl., diesehatten 2 Sohlen), 1 Paar Wanderschuhe (2 ß 4 hl.), 1 Paar Stiefel(7 ß), 1 altes Paar (7 ß 6 hl.). Daneben erscheinen noch 14 Paar„Holdschuhe" zu je 5 hl. Aber auch die Schuhe warf Heinz nichtbeim ersten Schaden fort, 13mal wurden Schuhe „gebletzt". Erkaufte in Frankfurt ein Bonnett für 3 Weißpfennige, in Nürnberg
2 Füzhüte (3 ß 1hl. und 4 ß 3 hl.) und einen anderen Hut für1 ß 2 hl. An Kleidern scheint er erworben zu haben einen langenMantel (1 fl 7 ß), zwei Wamse aus TJlmer Barchent (das eine 10 ßlhl.), ein Wams ausZwüch, einen Kappenzipfel, einen kurzen Bockund ein kurzes Mäntelchen für Gebrauch im Hause (zusammen für
3 /? 4 hl.). Wenn Heinz einen alten Bock Daniels (wohl Wolffs)wenden, füttern und für sich herrichten ließ (11 ß 5 hl.), so beweistdas uns, daß die Kleider als Eigentum der Gesellschaft angesehenwurden und zum Teile am Orte blieben. Vier Hosen beschaffte ersich (eine für 1 fl 1 ß) und das eine Paar hatte er auf dem Tantel-markt erstanden (9 ß 2 hl.), war also wohl alt. Hosen, aber auchWämser wurden lOmal geflickt. Der offenbar sparsame Mann ließsich auch einen Hut färben. Weiter kaufte er ein Paar Handschuhe(1 ß 6 hl.), eine Tasche (4/5 8 hl.), eine Truhe zur Aufbewahrungseiner Kleider (2 ß 6 hl.), ein paar Messer (3 ß), Schreibzeug (1 ß)einen Löffel (6 hl.), eine kleine Schreibtafel (1 ß), einen Krug (3 hl.),einen Kalender (Iß 9hl.). Es ist wohl sicher der berühmte KalenderBegiomontans. Die Gesellschaft bezahlte auch 2 Bosenkränze(3 hl. und 5 hl.) und die Versäumnisgelder für Messen, die offenbarvon einer Bruderschaft gehalten wurden.
Die Zehrung setzt sich zusammen aus den regelmäßig wieder-kehrenden Geldern für Bad, Barbier, die Zechen im Wirtshause,
1 Vgl. Magdalena Schindelin in Memminger Geschiehts-Blätter. 8. Jahrg. Nr. 6(Nor. 1922).
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