Finanzwesen. Die Stellung der Gesellen
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Eem und Gesellschaft, diese erreichte von 1518 bis 1540 in 8 Eech-nungen einen Gewinn von durchschnittlich 7,5 °/ 0 }
Bei reinen Warengeschäften war der Gewinn weit schmaler,Michael Behaim konnte in den ersten 4 Jahren 7—8 % herauswirt-schaften, dann hatte er gar Verluste, 2 die Gesellschaft Claus Scheid«des Alten in Frankfurt a. M. erzielte in den 10 Geschäftsjahren von1490 bis 1501 durchschnittlich 6,37 %. 3 Eine Gesellschaft, die nurzu einer solchen Gewinnverteilung gelangen konnte, wie sie dieEavensburger in ihrem letzten Drittel erreichte, hätte nie einesolche Ausdehnung ihrer Unternehmungen erreicht. Es ist offenbar,daß 1477 bereits die glänzenden Zeiten vorüber waren, wie das jaauch die öfteren Klagen an die Hand geben. Es dürfte keinemZweifel unterliegen, daß wir genauer nur die Tage des Niedergangesder Gesellschaft kennen, nicht aber ihrer höchsten Blüte.
Zweites Kapitel
Die Stellung der Gesellen
§ 8. Privatvermögen und Gesellschaftsvermögen getrennt. Irrige Angaben überAnteile. Wertbuch. Einlage von Gütern und Schulden. Fürlegung. Stehendes undumlaufendes Kapital. Abhübe auf Geldeinlagen. Ganze und halbe Gewinnung. Ein-lagen von tätigen Gesellen, Witwen, Erbschaftsmassen, untätigen Gesellen. Höhe derEinlagen. Gesellen ohne Einlagen. Zahl der Gesellen.
Um die Bildung des Hauptgutes aus seinen einzelnen Bestand -teüen festzustellen, ist ein Umweg notwendig. Es gilt erst Irrwegezu beseitigen und zunächst einige Tatsachen festzustellen.
Die Familiengesellschaften dehnten sich im Mittelalter häufig aufalle Güter der Teilhaber, sogar auf die zukünftigen aus. So kannman es vielleicht auch für die Muntpratsche Gesellschaft annehmen,weü die Vermögen der Brüder Lütfried und Hans in Konstanz auchnach dem Tode von Hans gemeinsam versteuert wurden, jedenfallswurden aber die Vermögen anderer Muntprats für sich versteuert.Die große Gesellschaft war aber, wie es ja auch gar nicht anderssein konnte, eine societas certae pecuniae; sie hatte Einlagen ihrerzahlreichen Gesellen von ganz verschiedener Höhe. Diese Einlagenwaren offenbar Teile des Gesellschaftsvermögens, und über sie verfügtedie Leitung, indem sie über das Gesamthauptgut der Gesellschaftverfügte und im einzelnen, indem sie bei verschuldetem Schaden
1 Greiff, Tagebuch des Lukas Kern, 24./2Ö. Jahresbericht d. Ver. f. Gesch.von Schwaben und Neuburg, S. 32 und weiter.
2 Falke 2, 52.
3 Dietz 1, 231, gibt für 4 Jahre 8, für 6 Jahre 5% an. Auf Grund seinerKapital- und Gewinnziffer ergibt sich die obige Zahl.
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