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1 (1923)
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Leineweberei. Konstanz. Wirtschaftliche Kämpfe

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gegangen waren oder doch, weil sie dort mit ihren Verwandtenverkehrend, zu Festlichkeiten erschienen. 1 Es ist eigentümlichgenug, daß die Patrizier weniger engherzig waren als die Zünftischen.Im April 1429 hatte die Gesellschaft fünf Baumeister erkoren, dar-unter steht an zweiter Stelle Lütfried Muntprat, sie sammelten dieUmlage für den Neubau der Katze ein. 2 Lütfried war also noch inder Stadt geblieben und betrachtete sich als Bürger. Am 15. Augustwurden die, ,,so von den Zünften gewichen und zu den geschlächtengefründt waren", vor den Bat entboten, ob sie eine versprocheneGesellschaft hätten, sie leugneten das. Der Stein war im Bollen.Immer schärfere Handlungen und Forderungen des Bates veran-laßten die Geschlechter und ihre Freunde, 47 an der Zahl, am12. September vor den Bat zu gehen und gemeinsam das Bürger-recht aufzukündigen.

Das erweckte den Sturm der Zünftigen, der Oberbürgermeister,der den Geschlechtern angehörte, verlor bald die Zügel aus derHand. Die Stadt war voll der Bewaffneten, die Ehrbaren jedochohne solche. Sie begaben sich auf die Pfalz zum Bischöfe Otto vonHachberg, wo sie dreißig angstvolle Stunden erlebten. Die Drohung,daß sieihres Leibes und Lebens" entsetzt würden, zwang sie end-lich, den geforderten Eid zu schwören, daß sie sich mit dem Urteüedes Bates von Überlingen, der sich gleich den Boten von Badolfzellund Markdorf für sie eingesetzt hatte, zufrieden geben würden.Dann aber gingen die Geschlechter auf die Katze, und unter derLeitung zweier Obleute, Heinrich von Tetikoffens und LütfriedMuntprats, schworen sie, daß bei einer Bichtung mit denen vonKonstanz eine Dreiviertelmehrheit, sonst eine absolute Mehrheitsie alle binden sollte. Die Obleute sollten das Becht haben, bei Zer-würfnissen unter ihnen Friede zu gebieten.

Den zwölf Personen, die sofort auszogen und von denen BudolfBuh sich nach Bavensburg wandte, folgten am St. Martinsabend47 Personen und wanderten nach Schaffhausen, wo sie am 29. No-vember für ein Jahr als Bürger aufgenommen wurden. 3 Die einzigeFrau war die Schwägerin'Lütfrieds, Agathe Muntprat geb. Humpismit ihren Kindern. Auch der Bischof hatte mit seinen Behördenseinen Sitz nach Schaffhausen verlegt.

Der Triumph der Zünfte dauerte nicht lange. König Sigmundkam selbst nach Überlingen, verhörte beide Teile und traf eineEntscheidung, die dauernd die Verfassung von Konstanz regelteund Patriziern und Zünftlern gleiche Bechte gab, und somit denGeschlechtern im wesentlichen recht gab. Vor allem ist es aber

1 Eine befriedigende Darstellung der Zunftrevolution fehlt, die beste quellen-kritische Anleitung gibt Eieder in dem Eegeste Nr. 9274.

2 Über den Neubau vgl. Beyerle und Maurer, Konstanzer Häuserbuch2, 456.

3 Die Aufnahmeurkunde bei Euppert, S. 353 f.

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