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Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 3. 4
Auch auf dem anderen Wege nach Spanien finden wir Konstanzer:im Gebiete der Grafen von Savoyen, in Genf und Avignon. 1 AmKoblenzer Zoll schon 1104, dann auf den Champagner Messenheimisch, 2 begegnen sie uns um 1400 in Lothringen und in Brügge, 3an diesem großen Handelsplatze sind auch Leute aus der kleinenoberschwäbischen Reichsstadt Wangen. Die Konstanzer hielten seitJahren bei einem Wirte Einkehr, der sie vertrat. 4 Eine allerdingsvereinzelte Nachricht belegt selbst Handel nach Krakau. 6 UndHans Minner, ein Kaufmann ,,mit spezi", der sich 1438 erhängte,war nach den Chroniken ,,vil stund ennet meres" gewesen. 6
§ 4. Die Leineweberei der heimische Boden der Gesellschaft. Lage und Bedeutungvon Konstanz. Leineweberei in Schwaben. Ältere Zeiten. Barchent- und Woll-weberei. Weberei in Ravensburg, in Konstanz. Handelsvormundschaft. Kampfzwischen Leinewebern und Geschlechtern. Verbot der Gesellschaften 1425. LütfridMuntprat. Die Revolution von 1429. Eingreifen des Königs. Aufhebung der Leine-weberzunft. Die anderen oberschwäbischen Städte. Bund. Grundlage der Gesellschaft.
Das ohne Ausfuhr unhaltbare Gewerbe der Leineweberei teilteRavensburg mit anderen oberschwäbischen Reichsstädten, vondenen Lindau und Konstanz ganz besonders durch die Natur be-günstigt waren. Die heutigen Grenzzüge verdecken das zum Teil.Heute hat Konstanz den Schlagbaum der schweizerischen Grenz-wächter zwischen seinem Stadttore und seinem eigentlichen Hinter-lande, den gesegneten Fluren des Thurgaus, stehen. Damals aberwar Konstanz der Sitz des weitaus größten schwäbischen Bistums,war eine Stadt von einziger Lage unter allen deutschen Städten:eine Stadt am See und eine Brückenstadt zugleich.
Lindau hatte den Verkehr über den östlichen Teil des Bodenseesin seiner Gewalt und blieb Jahrhunderte hindurch die Stadt, vonder die Erachtfahrten über die Graubündener Pässe ihren Ausgangnahmen. Noch glücklicher war die Lage von Konstanz, es be-herrschte den Schiffsverkehr auf dem großen Obersee wie den aufdem kleineren Untersee und dem schiffbaren Teile des Rheins bis zum„Laufen" von Schaff hausen und hatte doch zugleich die Haupt-brücke auf dieser weiten Strecke in seiner Gewalt. Oberhalb trugder vereinte Alpenstrom keine und unterhalb war eine solche erstbei Stein vorhanden. Die stärkste Verkehrsrichtung führte vonNordost nach Konstanz und weiter über die schweizerische Hoch-ebene zum St. Gotthard oder nach dem anderen großen See, der denzweiten Alpenstrom am Nordhange der Alpen läutert, zum GenferSee. Es ist kein Wunder, daß Konstanzer Münzen so weit nach
42, 51 ff., 55. Genf 4, 53 ff. Avignon 4, 44—48.
des Oberrheins 4, 48—50.
des Oberrheins 4, 29 (1404) 4, 50 f. (1402). 4, 62 ff.
1 Savoyen, ebenda 4,
2 Zeitschrift f. Gesch.
3 Zeitschrift f. Gesch.
* Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 65.
5 Schulte 1, 619.
0 Euppert, Chroniken S. 201. Ob nur in Spanien!
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