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1 (1923)
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Der Handel der drei Familien. Ihr Reichtum

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porten und Geliegern verbunden waren, und zugleich die Kon-kurrenz im Ein- und Verkauf zu verringern, endlich auch an Per-sonal zu sparen. Wenn ein Geschäft es auf vier oder fünf Geliegergebracht hat, so können sie nicht mehr durch nahe Verwandte be-setzt werden; dann muß die Familiengesellschaft fremdes Blutheranziehen. Verbünden sich aber mehrere Familiengesellschaften,so können sie alle Stellungen leichter besetzen. Es ist sicher richtig,daß im Mittelalter die Zahl der Kaufleute sehr groß, ihr Umsatzdagegen recht klein war; die Generalunkosten einer jeden Handels-fahrt mußten also außerordentlich hoch sein. Dieses Mißverhältnisvermied eine Gesellschaft um so mehr, je größer sie war, auch ohnedaß die Einzeleinlagen gegen früher gesteigert wurden. Die Ver-minderung der Konkurrenz wird dazu eine erhebliche Steigerung desNutzens gebracht haben. Es wird angängig sein, die Bildung dergroßen Bavensburger Gesellschaft als den Anfang einer Trust-bildung anzusehen, die, wenn nicht von vornherein, so doch baldden Bahmen der eigenen Stadt überschreitend, auch fremder StädteBürger unter ihre Mitglieder aufnahm.

Die Gesellschaft trat zunächst nicht über den weitgespanntenBahmen des Handels hinaus, wie ihn Bavensburger Bürger schonlängst betrieben. Dieser erstreckte sich um 1400 nach Venedig undMailand, 1 und wenn 1394 ein Diener eines Bavensburger Kauf-mannes im Gebiete des Herzogs von Geldern gefangen wurde, 2 sowar er wohl auf dem Wege nach Flandern oder noch nördlicher ge-legenen Handelsplätzen. Andere Zeugnisse führen nach Burgundund Wien und Prag. 3 Noch reichhaltiger sind die Nachrichten überdie Ausdehnung des Handels von Konstanz, die die obigen Angabenzum Teil erweitern können. Außer Venedig 4 wurde zweifellos starkMailand 5 besucht, und wenn uns Konstanzer im Gebiete vonMontferrat begegnen, 6 dürfen wir sie auch nach Genua handelndannehmen, und von dort ging der Handel übers Meer nach Kata-lonien. 7 In Barcelona ist ein Konstanzer schon 1383 nachzuweisen. 8

1 Venedig, Zeitschrift f. Gesch. des Oherrheins 4, 24 (1390 oder 1394); 26(1399) im ganzen 4 Briefe, dann 4, 33 ff. bis 38. Mailand ebenda 4, 33 (1402).Italien schon 1382. Schriften d. Ver. f. Gesch. des Bodensees 40, 77.

2 Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 61 (1394).

3 Schulte 1, 624.

4 Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 2831. 4 Briefe von 14041407.Weitere Zeugnisse seit 1314 bei Schulte 1, 617.

5 Die Stadt Konstanz vertrat gerade zu die deutschen Interessen in Mailand,ebenda 4, 3238. Anderes Material Schulte 1, 570, 575.

6 Ebenda 4, 38 ff.

7 Ebenda 4, 43.

8 Früher deutete man die Urkunde von 1383 (Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins,N.F. 1, 113 ff.), die sich auf einen Jacobus de Ubreling und einen Ermannus de Norn-berg bezieht, auf die Reichsstadt Überlingen. 1368 saßen aber Jacobus dictus deÜberlingen und sein Bruder Johannes im Konstanzer Rate, 1371 Johans v. Üb.genannt der Äff. (Beyerle, Die Konstanzer Ratslisten des Mittelalters, S. 89und 92.) Der in Barcelona Korallen ankaufende Jakob war also ein Konstanzer.