^^^3
^M
, ,. ....
wmvsBk
I ' H
Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 3
Eine am Fernhandel wenig beteiligte, im übrigen aber nicht un-bedeutende Eeichsstadt Eßüngen hatte an Bürgern mit mehr als2000 U hl. Besitz im Jahre 1425 26 Personen mit zusammen85 400 U Besitz, im Durchschnitt also 3054 U ; 1460 ebenso vielemit 90 900 %, im Durchschnitt also 3320 U. Das ist ein weiter Ab-stand von Konstanz und Bavensburg.
Aber selbst Augsburg steht überraschend tief. Dort sind dieSteuersummen in Gulden angegeben, und die Tabellen von Striederberuhen auf dem ungarischen Gulden. 1 Nach ihm zahlten 139674 Personen von mindestens 1200 fl ung. Vermögen Steuer, und siehatten zusammen 211 482 fl Vermögen, also durchschnittlich 2857 flVermögen. Diese Steuerstufe vergleicht Nuglisch mit der Konstanz-Bavensburger, da der Betrag von 1200 fl ung. ungefähr mit 2000 Uhl. gleichzusetzen sei. Der reichste Steuerzahler von 1396 hatte21 630 fl Vermögen, 1461 nur 16 452. Dafür gab es jetzt 160 Steuer-zahler dieser Klasse mit 472 026 fl Vermögen, also durchschnittfleh2950 fl Vermögen. Es ist also ersichtlich, daß noch 1461 Augsburgsreichste Bürger erheblich hinter den Konstanzer und Bavensburgernzurückstanden. 2
Bei Augsburg beginnt dann ein schnelles Ansteigen, währendKonstanz um 1460 seine Höhe erreicht hatte und sank, währendBavensburg noch weiter wuchs. Ob in den Tagen vor 1454, vor demAbwandern des größten Teiles des Vermögens der Mötteli, der Wohl-stand der Bavensburger Beichen nicht noch größer war, stehtdahin. Der nächstreiche, den wir in einer Stadt Südwestdeutsch-lands finden, war der Berner Ludwig von Diesbach (mit 59 500 U ),einen Sprossen der von Watt-Diesbach-Gesellschaft. Und so sehenwir, daß der Kapitalismus dieser Lande von denjenigen Städten ge-tragen wurde, deren Haüdel auf der Leinwandproduktion beruhte.Der Bedeutung dieser großen Vermögen wird man sich am bestenbewußt, wenn man sich der von Nuglisch beigebrachten einiger-maßen glaubhaften Angaben bewußt wird, daß ein kleiner Bürgermit 25—£0 fl rh. Jahreseinnahme sich durchschlagen konnte, daßaber eine Aussteuer von 4000 fl als außerordentlich hoch galt, ver-sprach sie doch der reiche Mötteli seinem Schwiegersohne, demFreiherrn Albrecht von Sax.
Auf weiten Umwegen haben wir Beweise gefunden, die die wirt-schaftliche Hochblüte der Gesellschaften der Muntprat und Humpismit anderen Worten unserer Gesellschaft in den ersten 60 Jahrenihres Bestehens uns erweisen.
Nach allem darf man wohl ohne Bedenken die Meinung aus-sprechen, daß erprobte und hervorragende Kaufleute, die Leiter ansich schon bedeutender Gesellschaften sich zusammenschlössen, umdie sehr erheblichen Kosten, die mit den gesonderten Beisen, Trans-
1 Strieder, Zur Genesis des modernen Kapitalismus (1904), S. 9—16.
2 Für Basel, Schw. Hall, Zürich gilt dasselbe.
m