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1 (1923)
Entstehung
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Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 2

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den Begründer sucht, muß man zunächst an Frick Möttelin oderallenfalls an dessen Sohn Rudolf [Ruff] denken, der als einziges Glieddieser Familie in der Liste der Gesellschaft zum Esel vom Jahre 1397genannt wird. 1 Der Vorname Frick aber führt vielleicht zu dem alt-eingesessenen Eavensburger Geschlechte der Humpis hinüber, dasseit 1252 nachweisbar ist und bei denen der Name Frick oder Fried-rich schon vor 1346 als der des oberschwäbischen LandvogtesFrick Huntpisz vorkommt. 2r Das Haus der Humpis 3 hat eine ähnliche Stellung eingenommen! wie die Grämlich in Pfullendorf. Es ging hervor aus der Eeiheweifischer, dann staufischer Dienstmannen, wurde von ihren Herrenseit dem Anfange des 14. Jahrhunderts mit dem stadtherrlichenAmte des Ammanns von Ravensburg betraut, lebte sich in städtischeDinge ein, ward ein Kaufmannsgeschlecht und gewann so viel, daßdie alte adlige Gesinnung bei den reich gewordenen Gliedern wiederso stark wurde, daß sie auf ihre längst erworbenen Burgen zogenund das Bürgerrecht aufgaben, dabei ihre Einlagen aus der Gesell-schaft wohl gar zurückzogen, während andere Glieder noch bis zumEnde der Gesellschaft in Ravensburg ausharrten.

Auf die Ammänner Konrad (13031327 nachzuweisen) folgteWilhalm (13281334) und auf ihn Frick (Friedrich 13341343). 4 AlsKaiser Ludwig der Bayer in der Absicht, das Herzogtum Schwabenwieder aufleben zu lassen, seinem Sohne Herzog Stephan Ravens-burg als Wohnsitz anwies, gab er das Amt des Landvogtes vonOberschwaben an Frick Humpis, der aber bereits 1346 starb. Erführte ein scharfes Regiment. Der Geschichtschreiber Johann vonWinterthur wirft ihm seine niedere Herkunft vor. In der Tat warenalle Landvögte damals Hochadlige, im Grunde genommen dienteaber Frick ja nur dem Herzog Stephan als landeskundige Hilfskraft.Zugleich ersieht man aus Vitoduran, daß er das Aufkommen vonBürgermeistern und Zunftmeistern begünstigte. 5

Das Amt der Stadtammanns war inzwischen an Frick Holbaingefallen (13431362), ihm folgte Wilhelm Maienberg (13621365),13661372 wieder ein Frick Holbein, dann kehrte das Amt aberzu den Humpis zurück. Ital folgte, von 13751383 habe ich ihngefunden, dann wechselte es unter anderen Gliedern, 1394 begegnetzuerst ein anderer: Heinrich Gündel.

Eine Handelstätigkeit von Frick ist nicht belegt, ich denke aberdoch, daß er für das Gewerbe und den Handel einen offenen Sinnhatte. Für die Geldkraft der Humpis spricht es aber, daß unter König

1 Hafner, 147, mit falschem Vornamen.

2 Erste Erwähnung dieses ursprünglich ministerial. Geschlechtes, Württ.Urkundenbuch 4, 293.

3 Stammtafel und Einzelheiten in Buch 4, § 24.

4 Vg. Müller, Eeichsstädte, S. 77 f.6 Archiv f. Schweiz. Gesch. 11, 226.

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