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1 (1923)
Entstehung
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Die Begründung der Gesellschaft

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Seilschaft in der Welt je gehört worden ist, die so lange und so red-lich her sei gekommen und schier bei 100 Jahr gewährt hat,auch den großen Almosen und die Gottes Zierden, so davon be-sehenen sind und alle Tage beschehen und noch hinfür beschehensoll, auch das große Gut von Eeichtum, so durch die Gesellschaftin unsere Lande gekommen ist. Wenn das abgehen sollte, so wärees, meine ich, wider Gott Schand und Schade und würde mancherdadurch erfreut, allenthalb." 1 Somit wird man den Anfang derGesellschaft auf die Zeit um 1380 setzen dürfen.

An ihrer Gründung und Ausweitung sind vorwiegend drei Familien")-?

beteiligt: die Eavensburger Humpis, 2 die Konstanzer Muntprat'rV

und die aus dem kleinen Eeichsstädtchen Buchhorn (heute Fried-richshafen) am Bodensee stammenden Mötteli. In solcher Reihen-folge nennt eine von der Gesellschaft selbst ausgehende Urkundevon 1461 die Teühaber der Gesellschaft, 3 doch mögen auch schonvon vornherein andere Gesellen beteiligt gewesen sein. Ein injRavensburg um 1445 geborener Geschichtschreiber hat die Gesell-schaft als die Vorläuferin der Fugger und Welser gepriesen, sie seiin Ravensburg durch die Bürger, genannt die Mötteli,erfunden undgemacht".Und in dieselben Gesellschaft sind nachmalen khomen dieHumpis, Peßerer, Täschler, Geldrich, Montpraten, Neydeckhenn,Anckereyte und ander, unnd ist die gros Gesellschafft worden undhaben gehannttirt in das Kunigreich von Appels, in Lamparttn, in dieKunigreich von Arragon, Valens, in Kastilia und in Katalonia etc." 4In Ravensburg hat die Gesellschaft immer ihren Sitz gehabt undsicherlich ist sie dort auch begründet worden, an ihr hing ihr Nameund haftet der Ruhm. Für die Begründer kommen wohl nur zweiFamilien in Frage. Nach Suntheim waren es die Mötteli, von ihnenwar Ulrich 1337 in Ravensburg Bürger geworden, und daß er vonBuchhorn kam, zeigt sich darin, daß für ihn der dortige Stadt-ammann Bürgschaft übernahm. 5 Andere Gründe bietet die äußerstlückenhafte Überlieferung nicht. Die Mötteli kamen aus derZwergstadt am Bodensee, wo später kein bedeutender Kaufmanngesessen hat, aber am Gestade des Schwäbischen Meeres im An-gesichte des Gredhauses, wo die Waren in die Schiffe geladenwurden, hatte sich der kaufmännische Geist entwickelt. Wenn man

1 Unten 3, 53.

2 Im folgenden ist stets Humpis geschrieben, wenn auch die ältere ZeitHundpis oder Huntpis, Hundbis oder Huntbis, Humpis oder Hompis schrieb,die älteste Form ist Huntpiz.

3 Schulte, a. a. 0., und unten Bd. 3, 480.

* Ladislaus Suntheim, gedruckt Württ. Vierteljahrshefte 1884, S. 129. Seit1378 findet sich die Familie Suntheim in Ravensburg, einer wurde auch Stadt-pfarrer (14481490). Frau Walpurg Suntheim hatte 1497 eine Einlage bei derGesellschaft. So steht genaue Kenntnis bei Ladislaus fest, der Kaiser Maximilianals Hofhistoriograph diente.

5 Dort erscheint zuerst 1325 der lange Mötteli. Schriften d. Ver. f. Gesch. desBodensees 24, 92.

Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. I. 2

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