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1 (1923)
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Die Stadt Kavensburg

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Männer kommen, die in Italien oder den Niederlanden Kanäle undSchleusen gesehen hatten, und Bürgermeister war 1400 KonradWirt, 1402/03 Henggi Humpis, 1404 Johann Segelbach, die wir alleim Fernhandel wiederfinden werden. 1

Eavensburg gehört zu den subalpinen Städten, so wenig auchAlpenluft in der obstreichen, einst auch den Weinbau pflegendenGegend weht. Es öffneten sich ihm die bequemen Zugänge zu denGraubündener Alpen und ihren Pässen, die nach Mailand führen,es schließen sich ihm auf die Pfade, die über die schweizerischeHochebene nach Genf, Lyon an die Ehonemündung und nachSpanien dem Wanderer dienen. Für die Benutzung des Gotthardeslag kein Zwang, aber die Möglichkeit vor. Augsburgs Lage war fürden Verkehr mit Venedig günstiger, aber schließlich war die Straßeüber Mailand kein großer Umweg, und über den Arlberg konnteman zum oberen Etschtale sich wenden oder auch über Beutteoder Mittenwald den Brenner und in allen Fällen Venedig erreichen.Der Vorsprung Augsburgs ist jedoch nicht zu leugnen.

Nicht weil die Waren fremder Kaufleute durch die Tore Bavens-burgs gingen, 2 auch nicht deshalb, weil, wie noch heute, aus weitemUmkreise eine wohlhabende bäuerliche Bevölkerung dort Vieh undGetreide zum Verkauf brachte und seine eigenen Bedürfnisse ein-deckte, wurde aus Eavensburg eine Stadt des Fernhandels; dieseGründe hätten aus ihr eine behäbige Eeichsstadt gemacht, wie siees nach dem Erliegen des Fernhandels auch in traurigsten Zeitenblieb. Was ihr eine Bedeutung weithin gab, war ein Exportgewerbeinnerhalb der Stadtmauern und ringsum bei der Bauernschaft.

Herrschaftszentren sind vielfach künstlichen Ursprungs. AberEavensburg behielt eine Vorrangstellung viele Jahrhunderte hin-durch. Von dem nahen Altorf, dem Stammsitze der Weifen, diedort im Kloster Weingarten eine ihrer Grablegen hatten, zogen sienach Eavensburg auf die Feste, die über der Stadt auf dem Bergethront. Das mächtige Geschlecht nannte sich nach Eavensburg{zuerst 1126), und als dann die keimende Stadt 1191 als Privat-eigentum an die Staufer kam, blieb ihr eine bedeutendere Stellunggewahrt, Friedrich II. und seine Söhne weilten öfter auf der Burg,Phüipp hielt dort einen Hof tag ab, und nach den Wirren des Inter-regnums wohnte der vom Könige ernannte Landvogt von Ober-schwaben auf der Veitsburg, jener alten Burg der Weifen ob derStadt. Auch als die Kanzlei nach Altorf verlegt wurde, blieb dieLandvogtei im Schatten der Stadt. Die Verwaltung des ausgedehn-ten Eeichsgutes, das ja allerdings sich immer mehr in Oberschwaben

1 Vgl. Schöttle, a. a. O., S. 44 £E.

2 Schöttle, S. 43. Vgl. den ältesten Zolltarif von 1369, der zwar mancheFernwaren nennt, aber doch keineswegs einen großen Durchtransport wahr-scheinlich macht. Vgl. K. Otto Müller, Der älteste Eavensburger Zolltarif,Württ. Vierteljahrshefte, N. F., Bd. 21.

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