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1 (1923)
Entstehung
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Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 1. Kapitel. § 1

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wie überall sonst auflöste, blieb auch dann vor den Toren Bavens-burgs. Maximilian I. hat die Burg erneuert.

Die Stadt hatte ihren Keim dicht an dem Hange der Eeichsburgund ihre erste Erweiterung verlängerte talwärts die breite Markt-stätte, zu der nur, wenige Gassen gehört hatten, um die ältesteStadt zu bilden. Dann ergriff man den Lauf des nördlich vorüber-fließenden Eoßbaches, der mit seinem Gefälle schon oberhalb derStadt in dem ölschwang eine Eeihe von Eädern trieb. Dieses alteEavensburg blieb die Heimstätte der Geschlechter und der Kauf-leute. Von 1270 an ging die Ausdehnung über die ältere Stadtmauerauch westlich hinaus und baute umfangreiche Quartiere für dieimmer anwachsende Zahl von Handwerkern, die immer dichter dieGärten bebauten. Um 1350 wurde auch begonnen, diese Neustadtin die Befestigungen ein zubeziehen. Schon 1353 gibt eine glaub-würdige kirchliche Quelle die Zahl der Häuser auf 600 an. In demUmfange von 1400 verharrte Eavensburg bis in das 19. Jahrhundert,eine wehrhafte Stadt, der sich bachabwärts die Vorstadt Pfannen-stiel wie aufwärts in die Berge hinein ölschwang anschlössen, demFeinde preisgegeben. Gegen die Burg baute man einen riesigenschlanken Turm, den Mehlsack, noch heute das Wahrzeichen derStadt. Das Büd von Eavensburgs Lage würde aber unvollständigsein, wenn ich des Altorfer Waldes nicht gedächte, der in einer Aus-dehnung von neun Stunden sich von der Waldburg an bis an dasQuertal von Aulendorf-Waldsee erstreckt, einst war er das Jagd-gebiet der Weifen, dann auch ihrer Erben und einstigen Dienst-mannen der Truchsessen von Waldburg, deren Nachkommen nochheute dort auf die Pirsche gehen.

In kirchlicher Hinsicht gehörte einst die Stadt zur MutterpfarreiAltorf, sie selbst hatte nur die Michaelskapelle, bis spätestens um1250 die Kirche Unserer Lieben Frau erstand, die um 1299 vonAltorf als Pfarrei abgezweigt wurde. Und wiederum wurde von ihrabgelöst die auf Betreiben der Stadtverwaltung in der Handwerker-stadt 1385 errichtete Kirche zum heiligen Jodocus, dessen Nameuns oft bei Eavensburger Bürgern begegnen wird, wie andere denNamen des Diözesanpatrons Pelagius (Polai, Palle, Palinus, Pauls)oder den des heiligen Bischofs von Konstanz Konrad trugen.

Bei St. Michael wurde um 1335 ein Frauenkloster von Franziskane-rinnen nach der dritten Eegel errichtet, in das wohl Bürgerstöchtereintraten, Fräulein aus den vornehmsten Geschlechtern der Stadtfand ich darin jedoch nicht. Im Jahre 1349 zogen Karmeliter ein,damit wurde ein Orden heimisch, der vielfach mit den Kauf-leuten nahe Beziehungen unterhielt, und das war auch in Eavens-burg der Fall. Auch hier kamen die meisten Mönche der heiligenMaria vom Berge Karmel von auswärts. Franziskaner und Predigerwurden nach Eavensburg nicht berufen, dafür hatte man in un-mittelbarer Nähe das reiche Benediktinerkloster Weingarten, das

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